Igensdorf — Ein Unfall auf dem durch die Wurzeln der Kastanien angehobenen Pflaster des Gehwegs hatte den Stein ins Rollen gebracht: Ein zuschussfähiges Sanierungskonzept mit Gesamtkosten in Höhe von 72 000 Euro wurde erstellt.
Die Anwohner hätten sich mit insgesamt 40 000 Euro an den Kosten beteiligen müssen. Doch nun kam der Zuschussbescheid: abgelehnt! Die Gemeinde erhält keine Gelder und müsste nun statt der angenommenen 16 000 Euro das Doppelte bezahlen. "Was tun?", warf Bürgermeister Wolfgang Rast in die Runde ein.
Ausgangspunkt der ganzen Geschichte waren die Kastanien in der Igensdorfer Allee. Sie waren zu groß geworden, beschädigten die Gehwege und gesund sollen die Bäume laut Gutachten auch nicht mehr gewesen sein.
In Schadenspflicht musste die Gemeinde nach dem Unfall gehen, weshalb Bürgermeister Rast mit Planern und der Zustimmung des Rates ein Sanierungskonzept erarbeitet hatte.


Lediglich fünf Anwohner

Dieses sah vor, den gesamten Straßenzug der Allee vom Anwesen bei der Brücke bis zur Obstverwertungsgenossenschaft zu erneuern.
Die Bäume sollen gefällt werden, was aus natur- und vogelschutzrechtlichen Gründen allerdings nur bis Februar möglich ist. Zuschüsse hatte sich die Gemeinde für das Vorhaben erhofft. Aber die negative Seite dieses Vorhabens wäre die Beteiligung der Anwohner. Diese hätten 40 000 Euro unter sich aufteilen müssen. Bei nur fünf Anwohner n wäre dies keine billige Variante. In den vergangenen Tagen ging nun Post im Rathaus ein. "Der Zuschuss ist uns verwehrt worden. Wir haben die erforderlichen Punkte bei den abgefragten Kriterien nicht erreicht. Von 55 Punkten haben wir nur 20 Punkte erreicht", sagte Bürgermeister Rast.
Die Steuerkraft wurde beispielsweise abgefragt. "Da war Igensdorf weit drüber", meinte Rast. Auch bei dem Thema demografische Entwicklung fiel Igensdorf aus dem Raster, denn Igensdorf sei eine "wachsende statt schmelzende Gemeinde", wie Rast ausführte. Ohne Zuschuss erhöht sich der Gemeindeanteil aber von 16 000 Euro auf 32 000 Euro. Einen Plan B will Rast nun konkret durchrechnen lassen. Dieses Sparmodell bezieht sich auf eine einfache Reparatur. Der schadhafte Anteil soll gerichtet werden, die Bäume gefällt werden. Die Gesamtkosten dafür würden sich auf 54 000 Euro belaufen.


3000 Euro pro Baum

Der Eigenteil der Gemeinde wäre ebenso hoch, denn eine Reparatur kann nicht auf die Anwohner umgelegt werden. Uwe Reisberger vom Bauamt beantwortete ein Frage aber dahingehend, dass bei der Reparatur die Bäume herausgenommen werden könnten, was eine Einsparung bis zu 3000 Euro pro Baum bedeuten könne.
Sanierung oder doch Reparatur: Darüber wird der Rat demnächst entscheiden.