von unserem Mitarbeiter Thomas Weichert

Siegritzberg — Bei der jüngsten Verbandsversammlung des Wasserversorgers der Aufseß-Gruppe ist eine Ära zu Ende gegangen. Der neue Vorsitzende des Zweckverbandsrats, Michael Distler aus Gößmannsberg, durfte seinen Vorgänger Berthold Görl aus Breitenlesau mit einer großen Dankurkunde und einem Geschenkkorb als Verbandsrat verabschieden.
Görl bewegt der Abschied schwer, denn die Aufseß-Gruppe war so etwas wie sein Lebenswerk. Er hatte den Wasserversorger seit dem Jahr 2002 Schritt für Schritt aus der Krise geführt. Damals wurde er als Nachfolger des Wiesenttaler Altbürgermeisters Paul Pöhlmann zum Vorsitzenden gewählt.
In jenen Jahr wurden die Wasserkunden durch Verbesserungsbeiträge enorm zur Kasse gebeten.
Hintergrund war, dass zahlreiche Leitungen erneuert werden mussten. "Es hat sich aber gelohnt, denn heute hat die Aufseßgruppe keine Probleme mehr", resümiert Distler. Der Versorger ist mit 75 Cent pro Kubikmeter Trinkwasserpreis einer der günstigsten Wasserversorger der gesamten Region.

42 Jahre im Verbandsrat

Berthold Görl gehörte dem Verbandsrat der Aufseß-Gruppe 42 Jahre lang an. 1972 wurde er vom Gemeinderat der ehemaligen Gemeinde Breitenlesau erstmals zum Verbandsrat berufen.
1992 wurde Görl stellvertretender Verbandsvorsitzender und zehn Jahre später Chef der Aufseß-Gruppe. Die Gruppe versorgt heute die Haushalte in Waischenfeld, Aufseß und Wiesenttal mit Trinkwasser. Görl übergibt an seinen Nachfolger Michael Distler, der bisher schon sein Stellvertreter gewesen ist, und an den neuen Zweiten Vorsitzenden Werner Bezold aus Zochenreuth einen schuldenfreien Zweckverband mit geordneten Verhältnissen.

Keine Preiserhöhung geplant

Was jetzt noch fehlt, ist ein zweites Standbein. Damit ist eine Notversorgung für den Fall gemeint, wenn es Probleme mit der Eigenwasserversorgung geben sollte. Dies verlangt der Gesetzgeber von allen Trinkwasserversorgern.
Im Gespräch dafür sind ein Notverbund mit den Wasserversorgungen der Gemeinden Aufseß oder Wiesenttal. Spätestens im Jahr 2017 soll die Notversorgung stehen. Bis dahin ist dem Vernehmen nach keine Erhöhung des Wasserpreises geplant.