Die zur Stadt Helmbrechts gehörende Ortschaft Enchenreuth gilt als musikalisches Dorf. Einer, der großen Anteil an diesem guten Ruf hat, ist Bernd Ring, seit nunmehr 40 Jahren Chorleiter des Gesangvereins "Cäcilia".

Ring übernahm das Amt im Januar 1980 von Otto Dohlus, der Ende Dezember 1979, wenige Tage nach einem glanzvollen Weihnachtsauftritt in der St.-Jacobus-Kirche plötzlich verstorben war. Die Verantwortlichen des Vereins baten den damals 20-jährigen Bernd Ring, der eine musikalische und stimmliche Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen erhalten hatte, die Nachfolge anzutreten. Er sprang tatsächlich in die Bresche und erwies sich in den nächsten Jahrzehnten als echter Glücksfall für das Ensemble.

Das Jubiläum als Chorleiter sollte im Rahmen eines Konzerts zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung gewürdigt werden. Doch fiel diese Veranstaltung der Corona-Epidemie zum Opfer. Deshalb fand die Ehrung des Dirigenten in anderer, aber ebenso feierlicher Form in einem Gottesdienst statt, freilich ohne Gesang.

Lobende Worte

Doch es gab viele anerkennende Dankesworte für Bernd Ring, der in seinem Heimatort Enchenreuth auch seit vielen Jahren zu Gottesdiensten die Orgel spielt. Die von Gesangvereinsvorsitzendem Dirk Dohlus vorbereitete Rede verlas Ehrenvorsitzender Armin Schmitt. Er betonte, dass der Chorleiter immer wieder die Kraft und die Ausdauer aufbringe, um seine Sänger und auch sich selbst stets aufs Neue zu motivieren. "Diese sagenhafte und herausragende Leistung ist nicht nur für uns im Gesangverein ein Segen, sondern für das ganze Umfeld und die Bevölkerung von Enchenreuth."

Man sei dankbar, für solche Idealisten, die sich uneigennützig und aufopferungsvoll für die Kultur einsetzten. Der lang anhaltende Beifall zeigte die hohe Wertschätzung für den Dirigenten, der Ehrenurkunden des Fränkischen Sängerbunds sowie des Deutschem Chorverbands entgegennehmen durfte.

Große Achtung zollte auch Monsignore Professor Rüdiger Feulner, selbst Ehrenmitglied im Gesangverein, dem Jubilar. Er blickte ebenfalls auf die letzten vier Jahrzehnte zurück. Ring sei es gelungen, die Qualität des Chores zu erhalten und sogar noch zu steigern.

"Bernd ist ein Edelstein in unserer Gemeinde", sagte der Geistliche.

Zweiter Bürgermeister Robert Geigenmüller hob die außergewöhnliche Leistung des Musikers heraus und bedankte sich namens der Stadt für dessen großen Einsatz.

Bernd Ring zeigte sich angetan von den Lobeshymnen und blickte auf eine unvergessliche Zeit. Für die Zukunft zeigte er sich optimistisch: "Wir werden bald wieder singen, wir haben es ja nicht verlernt." Werner Bußler