Der Landkreis Haßberge steht vor großen Herausforderungen. Das wurde deutlich bei einer politischen Veranstaltung des CSU-Ortsverbandes Ebern. Landrat Wilhelm Schneider sprach dabei die den Landkreis bewegenden Themen an.


Wann wird das Bad eröffnet?

Das Spektrum reichte vom Haushalt über die Investitionen im Schulbereich, wobei Ebern mit dem Friedrich-Rückert-Gymnasium und der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule (jeweils Erneuerungsmaßnahmen) zwei große Brocken abbekommt, über das schnelle Internet, das endlich Fahrt aufnimmt, bis hin zur Behördenverlagerung, von der Ebern profitiert, sowie dem geplanten Tierheim-Neubau bei Zell am Ebersberg.
Die Themen, die die Zuhörer am meisten interessierten, waren die Flüchtlingssituation, der Bau des Hallenbads in Ebern und die Bereitschaftspraxis, die nur am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken entstehen soll - sehr zum Ärger vieler Menschen im östlichen und nördlichen Landkreis Haßberge, die eine Bereitschaftspraxis in Ebern fordern.
Zum Thema Hallenbad und den baulichen Verzögerungen äußerte sich Schneider knapp: "Besser jetzt die Probleme als nach ein paar Wochen im Badebetrieb." Die Hoffnung auf eine Eröffnung zu Schuljahresbeginn im Herbst hat der Landrat noch nicht aufgegeben, auch wenn er sich nicht festlegen will.
Zur Statistik bei den Flüchtlingen teilte Schneider mit, dass aktuell 858 Asylbewerber im Landkreis leben. Wöchentlich kämen etwa 19 weitere dazu.
Dass dies den Landkreis und die Kommunen weiterhin vor eine große Herausforderung stellt, bezweifelte niemand. "Und ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre das alles so auch nicht möglich", bedankte sich der Landrat für das Engagement. Er hofft, dass es endlich zu einer europaweiten Einigung kommt, "sonst weiß ich nicht, wie lange das so noch gut geht". Schließlich seien die Belastungen überall enorm.


Gespräch am 14. März

Das Thema Haßberg-Kliniken und bereitschaftsärztlicher Notdienst wollte er nicht weiter ausdehnen, da, wie schon die CSU-Ortsvorsitzende Gabriele Rögner angekündigt hatte, eine separate Veranstaltung am Montag, 14. März, um 19 Uhr in der Frauengrundhalle (ehemalige Kaserne) in Ebern angesetzt ist.
Bei diesem Treffen erläutern die Verantwortlichen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) sowie Politiker ihre Sichtweisen.
Landrat Schneider kam dennoch nicht umhin, die wirtschaftlichen Probleme und Defizite der Haßberg-Kliniken in den letzten Jahre anzusprechen. Um die Engpässe zu beheben, seien strukturelle Änderungen und eventuell unpopuläre Entscheidungen nicht auszuschließen, sagte er.
Inzwischen sei die Intensivstation im Haus Haßfurt fertig gestellt und weitere Maßnahmen stünden kurz vor der Vollendung. Ebern wurde, wie er weiter darlegte, mit einem Intermediate Care System (Wachstation, Schwesternnotruf, Brandmeldeanlagen) für zwei Millionen Euro ausgestattet. kb/ks