Im Stundentakt Verabschiedungen, Sicherheitsabstand, Begrenzung der Besucherzahl: Die Entlassfeier an der Altenkunstadter Mittelschule, die sonst den festlichen Höhepunkt des Schuljahres bildet, fiel diesmal in Anbetracht der Corona-Pandemie bescheidener aus.

Umso erfreulicher waren dafür die Ergebnisse, die Rektor Manfred Heinbuch verkündete. So lag beim Qualifizierenden Mittelschulabschluss der neunten Klassen die Erfolgsquote bei 70 Prozent. Alle Zehntklässler bestanden die Prüfung zur Mittleren Reife, davon elf mit einer Eins vor dem Komma.

Schulbester wurde Ben Thomas aus der 10bM mit einem Notendurchschnitt von 1,22.

"Ein Teil des guten Ergebnisses ist der Tatsache geschuldet, dass die Absolventen nach der Wiederaufnahme des Unterrichts eine besonders gute Vorbereitungszeit bis zu den Prüfungsterminen genossen hatten", erklärte der Schulleiter. Permanenter Präsenzunterricht in Kleingruppen mit vielen Übungseinheiten durch die Klassenleiter und die sie unterstützenden Lehrkräfte habe sicherlich einen Beitrag dazu geleistet. "Seid mal ehrlich, wer hätte solch eine Vorbereitung allein zu Hause so hinbekommen?", fragte Heinbuch.

Aber wie sieht es mit Lehrstellen aus? Stellen Firmen nach dem Lockdown überhaupt noch ein? Fragen, die Lehrern und Schulleitung große Sorgen bereiteten. "Gott sei Dank haben sich diese Befürchtungen nicht erfüllt. Lehrstelle, Fachschule, Fachoberschule sind nun eure weiteren Stationen, und vier Absolventen wechseln sogar ans Gymnasium", freute sich der Rektor.

Viel Lob eingeheimst

Lobende Worte gab es auch von Vertretern des Schulverbandes Altenkunstadt/Burgkunstadt/Weismain. "Ihr habt's geschafft, und das unter widrigen Bedingungen. Ihr könnt stolz auf euch sein", meinte Altenkunstadts Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann. Die Neunt- und Zehntklässler hätten viel geleistet, und das verdiene Respekt und Anerkennung. Schuhmann appellierte an die Jugendlichen, die neuen Herausforderungen, die auf sie zukämen, mit Mut und Kraft anzugehen.

"Tut, was ihr vorhabt, nur aus dem einzigen Grund, dass ihr es gern macht und es für wichtig haltet. Schlagt euch nicht mit Arbeiten herum, an die ihr nicht mehr glauben könnt", bat die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß. Sie forderte die Absolventen auf, den Versuchungen der Gleichgültigkeit und dem trügerischen Glitzern des Materialismus zu widerstehen und ein Gespür für moralische Fragen zu entwickeln: "Träumt groß, arbeitet hart, denkt selbstständig. Das erfüllte, wirkliche Leben ist eine Leistung, und nicht etwas, das einem in den Schoß fällt", betonte Frieß.

Gute Berufsorientierung

"Wenn ihr an keinem Tag eurer Schullaufbahn gefehlt habt, dann betretet ihr heute zum 1920. Mal ein Schulhaus hier in Altenkunstadt oder der näheren Umgebung", stellte Stefanie Mayr-Leidnecker vom Staatlichen Schulamt Lichtenfels fest. Während ihrer Grund- und Mittelschulzeit hätten die Jugendlichen neben den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen und den Inhalten der Sachfächer auch all das gelernt, was sie für ihren Weg in den Beruf bräuchten. "Denn die Berufsorientierung ist die große Besonderheit der Schulform Mittelschule. Ihr habt Berufe kennengelernt, die Möglichkeit gehabt, eure Begabungen und Interessen einzuschätzen und so den richtigen Weg einzuschlagen, der jetzt vor euch liegt", erklärte die Schulamtsdirektorin.

"Ihr habt die Zähne zusammengebissen, viel gelernt und dank eurer Lehrer es auch geschafft", bescheinigten Elternbeiratsvorsitzende Ramona Herbst und ihr Stellvertreter Thomas Pribyl den Jugendlichen. Da es in diesem Schuljahr aufgrund der besonderen Situation keine Abschlussfahrt und auch keinen Abschlussball gab, schenkte der Elternbeirat allen Absolventen eine mit ihrem Namen versehene Kappe und einen Eisgutschein. Präsente zum Dank für die geleistete Arbeit gab es für Thomas Pribyl und Jolanta Fonfara, die aus dem Gremium ausscheiden.

Abschiedsständchen gesungen

"Lebt eure Träume, bleibt neugierig, was das Leben euch bietet, und bleibt vor allem gesund", wünschten die Klassenlehrer Wolfgang Schnabel (9aG), Marion Ullmann (9b), Sabine Reuther (10aM) und Rita Hetzelt (10bM) ihren scheidenden Schülern. Begleitet von Stefan Sniehotta auf der Gitarre sang Wolfgang Schnabel ihnen ein Abschiedsständchen.

"Es war eine schöne Zeit", versicherten Vertreter der vier Abschlussklassen. Sie dankten Lehrern, Fachkräften und Mitarbeitern, die sie auf diesem Lebensabschnitt begleitet hatten.

Die Schüler mit den besten Noten

Rektor Manfred Heinbuch, Bürgermeisterin Christine Frieß und Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann ehrten die Schüler mit den besten Noten. Mit Geschenken des Schulverbandes ausgezeichnet wurden bei den Mittlere-Reife-Absolventen Julia Fonfara, Franziska Jellinek, Shirley Koschig, Hanin Albukai, Ariana Racu, Antonia Wich, Ben Thomas, Larissa Köstner, Johannes Herold, Annika Köstner und Janine Weich.

Beim "Quali" schnitten Madita Schmitt, Max Pornschlegel und Michel Freitag besonders gut ab. Schulbester Ben Thomas erhielt zusätzlich den von Ehrenbürger Otto Schuhmann gestifteten Ehrenpreis in Form einer Uhr.

Nach dem offiziellen Teil lud der Elternbeirat zu einem Sektempfang in den Pausenhof ein.