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Höchstadt a. d. Aisch

Bekenntnis zur Artenvielfalt

Das Spix-Museum zeigt ab kommenden Sonntag Insekten aller Art aus dem Amazonasgebiet. Es ist die erste Sonderausstellung seit der im vergangenen Jahr vorgenommenen Ertüchtigung der Kulturstätte.
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Der Vorsitzende des Ritter-von-Spix-Fördervereins, Herbert Fiederling (l.), freut sich über die Ankunft der Sonderausstellung zusammen mit den Naturwissenschaftlern Max und Stephan Kühbandner des Vereins Eutropia. Fotos: Andreas Scheuerer
Der Vorsitzende des Ritter-von-Spix-Fördervereins, Herbert Fiederling (l.), freut sich über die Ankunft der Sonderausstellung zusammen mit den Naturwissenschaftlern Max und Stephan Kühbandner des Vereins Eutropia. Fotos: Andreas Scheuerer
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Andreas SCheuerer Die Belebung des Höchstadter Spix-Museums haben viele sehnsüchtig erwartet. Im städtischen Gebäude in der Badgasse ließ der Spix-Verein noch im vergangenen Jahr eine räumliche Umstrukturierung vornehmen: Für rund 25 000 Euro wurde das Geburtshaus des Naturforschers ertüchtigt. Anfang des Jahres folgte dann der coronabedingte Lockdown. Nun zeigt das Museum zusammen mit der Zoologischen Staatssammlung München die Sonderausstellung "Spix und die Wunderwelt der Insekten". Damit will der Verein Bürger neu für den berühmtesten Wissenschaftler der Stadt begeistern.

Kuratiert wird die Ausstellung vom Verein Eutropia, der die Exponate vergangene Woche im Museum eingerichtet hat. Rund hundert verschiedene Käfer, Zikaden, Ameisen, Schmetterlinge und andere Insekten sind in insgesamt zwölf Ausstellungskästen zu sehen. Das Besondere daran sei aber nicht die Anzahl der Exponate, sagt Max Kühbandner von Eutropia. Der Insektenforscher, der sich zusammen mit Sohn Stephan für Biosphärenschutz und -forschung einsetzt, verweist auf die Einzigartigkeit der Insekten. "Hinter jedem Käfer steckt eine eigene Geschichte", sagt er. Und diese lohne sich, erzählt zu werden.

Kuriose Merkmale von Insekten

Immer wieder habe die Evolution Insekten mit kuriosen Merkmalen hervorgebracht. So habe beispielsweise der Schmetterling Xanthopan morganii einen 20 cm langen Rüssel, über den die Wissenschaft lange rätselte. Inzwischen wisse man, dass das Insekt den Rüssel für die Nahrungsaufnahme in tief sitzenden Blüten benötigt, erklärt Kühbandner. Ein weiteres Faszinosum sei die sogenannte Mimikry. Dabei schützen sich die Tiere, indem sie die Gestalt oder die Farbe nachahmen, die von ihren Feinden gefürchtet wird. "So trifft man im Urwald auf die kuriosesten Insekten", sagt er.

Anlass zur Ausstellung gibt das 200. Jubiläum der Brasilien-Expedition von Ritter von Spix. Über 1400 verschiedene Arten brachte der Höchstadter Naturforscher von der Expedition, die er zusammen mit dem Erlanger Botaniker Carl Friedrich Philipp von Martius bestritt, mit. Um diese zu katalogisieren, blieb Spix aber kaum Zeit, da ihn vermutlich die Tropenkrankheit kurz nach der Rückkehr dahinraffte.

Weil Spix auch als der Gründer der Zoologischen Staatssammlung München gilt, pflegt der Spix-Verein bis heute eine freundschaftliche Beziehung zur Institution, erklärt Vorsitzender Fiederling. Alle Insekten, die bei der Ausstellung gezeigt werden, stammen aus dem Amazonasgebiet, obwohl nicht alle auf Spix zurückzuführen sind. Dennoch sei man stolz auf die neue Ausstellung. Dass nur wenige in Deutschland Spix kennen, hat Fiederling immer gewundert. Schließlich zähle der Naturwissenschaftler zu den Pionieren der Zoologie. Wäre er nicht so früh gestorben, wäre er, so vermutet Fiederling, sicherlich so berühmt geworden wie Humboldt.