Die katholischen bayerischen Bischöfe haben sich in einer gemeinsamen Erklärung demonstrativ zum Kirchenasyl bekannt und hinter die angeklagte Benediktiner-Äbtissin Mechthild Thürmer gestellt. Das Kirchenasyl lege die besonderen humanitären Härten im Rahmen des europäischen Asylsystems offen, heißt es in dem Papier der Freisinger Bischofskonferenz. Das Kirchenasyl "desavouiert nicht den Rechtsstaat", sondern helfe in Einzelfällen Menschen in extremen Notsituationen. Die "einseitig vom Bundesamt für Migration" im Jahr 2018 vorgenommene Verschärfung "sollte zurückgenommen werden". Diese hatte auch vor dem Bundesverwaltungsgericht keinen Bestand. "In diesem Sinne" stellte sich die Bischofskonferenz auch hinter die Äbtissin der Benediktiner-Abtei Maria Frieden in Kirchschletten unweit von Bamberg. Die Äbtissin habe in den vergangenen Monaten mehreren Frauen in besonderen Notlagen Kirchenasyl gewährt. Infolgedessen waren gegen sie mehrere Strafverfahren eingeleitet worden. "Mutter Mechthild hat sich an alle Absprachen gehalten", teilten die Bischöfe und Erzbischöfe von München, Bamberg, Würzburg, Eichstätt, Passau, Regensburg, Augsburg und Speyer weiter mit. Sie sähen "keinen Grund für eine Verurteilung" der Benediktinerin. epd