Traditionell feiern die Barmherzigen Brüder Gremsdorf ihr Werkstattfest genau eine Woche vor dem ersten Adventssonntag. Sie gewähren einen freien Blick in ihre Werkstätten, bieten aber auch schon eine reichliche Auswahl an adventlichen und weihnachtlichen Dekorations- und Gebrauchsgegenständen an. Am Anfang steht jedoch immer der feierliche Gottesdienst, auch in diesem Jahr wieder musikalisch mitgestaltet durch den Hauschor.
Seelsorger Peter Jankowetz sprach in seiner Verkündigung bildhaft von der Gallionsfigur als guter Geist eines Schiffes und seiner Mannschaft. Ein solch guter Geist könne den Seeleuten Mut, Gelassenheit und Selbstbewusstsein verleihen. Aber, so der Gremsdorfer Pastoralreferent, letztlich sei eine Figur alleine überfordert, um den Menschen an Bord in allen Lebenslagen beizustehen.
So sei die logische Folge, dass alle, die auf einem Schiff Dienst tun, zusammenarbeiten müssen, um ihren guten Geist erst lebendig zu machen. Denn "das Wichtigste im Leben ist, dass ihr euch umeinander kümmert", sagte Jankowetz. Es zähle nämlich nicht, was man besitzt, beherrscht, erreicht oder von wem man bewundert wird, sondern, was man schenkt, was man bewirkt oder wen man schätzt. Eine zentrale Frage im Leben wäre: "Hast du Gott in jedem Menschen gesehen?" Und so sei es wünschenswert, dass "der gute Geist in uns selber ist".
Reichhaltig war das Angebot, das die Barmherzigen Brüder Gremsdorf ihren vielen Hundert Gästen den ganzen Tag über boten. Aktives Mitmachen war in einer der Werkhallen gefragt. Jung und Alt konnten ihr Talent beim Bau von Insektenhäusern unter Beweis stellen. "Da merkt man erst so recht, welch tolle Arbeit die Gremsdorfer Werkstattbeschäftigten leisten", staunte ein junger Baumeister. Auch der richtige Umgang mit Wolle, um kleine Teppiche zu weben, konnte von Fachleuten gelernt werden.
Für die Hungrigen, die Leckermäuler und Genießer hatten die Gremsdorfer Gastgeber auch vorgesorgt - vom Krapfen über Bratwürste bis zum Glühwein reichte das Angebot.
Am Nachmittag fand im voll besetzten Forum ein buntes Unterhaltungsprogramm statt: Die "Maharanis aaja nachle", der Zauberer Michael Petermann, der Fränkische Volkstanzkreis Steigerwald, die Kindertanzgruppe des SV Dörfleins sowie das Kinderparadies Gremsdorf wussten zu begeistern. Sozialdienstmitarbeiterin Cathleen Merker führte humorvoll und einfühlsam durchs Programm.
Am Ende des Tages konnte noch eine Zweierkicker, gefertigt in der einrichtungseigenen Schreinerei, im Wert von 600 Euro gelost werden. Die Glücksfee hat sich ein kleines Mädchen ausgesucht.
Johannes Salomon