von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Marktschorgast — Der Wald der Marktgemeinde ist beispielhaft. Dieses Lob erhielten die Ratsmitglieder am Donnerstagabend von Forstamtsfrau Anja Mörtlbauer, die zugleich den Entwurf des neuen Forstwirtschaftsplans vorstellte, der für die nächsten 20 Jahre Gültigkeit hat.
"Ich komme immer wieder gerne nach Marktschorgast, weil der Wald hier etwas Besonderes ist und weil er den Menschen hier auch viel wert ist", sagte Mörtlbauer.

Borkenkäfer und Sturmwurf

Der bisherige Forstwirtschaftsplan endet zwar erst am 31. Dezember dieses Jahres, doch der Marktgemeinderat hatte bereits im Januar 2014 beschlossen, die Erneuerung in Auftrag zu geben, weil aufgrund der seit 2003 eingetretenen Schadensereignisse wie Borkenkäferbefall und Sturmwurf eine vorzeitige Neuplanung für sinnvoll gehalten wurde. Die Laufzeit des Forstbetriebsgutachtens mit dem dazu gehörigen Forstwirtschaftsplan beginnt am 1. Januar 2015 und endet am 31. Dezember 2034. Das neue Gutachten fand die einhellige Zustimmung des Gremiums.

Plan kostet 15 000 Euro

Wie Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW) berichtete, wurde nach der Ausschreibung der notwendigen Leistungen durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Forstliche Dienstleistungs-Service in Konradsreuth mit der Erstellung des Forstwirtschaftsplans beauftragt. Die Kosten betragen knapp 15 000 Euro, der Zuschuss 50 Prozent. Den Waldreferenten des Marktes sei der Entwurf bereits im September 2014 vorgestellt worden.
Anja Mörtlbauer erläuterte, dass ab einer Fläche von hundert Hektar die gesetzliche Verpflichtung besteht, ein Forstbetriebsgutachten mit Wirtschaftsplan zu erstellen. Das sei eine Art Inventur des Waldes. Derzeit verfüge die Marktgemeinde über eine Waldfläche von 145,25 Hektar. Darunter seien auch sonstige Flächen mit einer Größe von knapp 36 Hektar enthalten, unter anderem der Bereich um den Goldbergsee.
Was den Baumbestand angehe, habe man einen sehr alten Fichtenbestand, der auch zur Nutzung anstehe. Die Forstamtsfrau bezifferte den Fichtenbestand auf 80 Prozent der Waldfläche. Nur acht Prozent seien Buchen- und Laubhölzer. Mit dem Forstbetriebsgutachten werde dann auch deutlich, welche Holzvorräte vorhanden sind und was in der Bewirtschaftung künftig notwendig wird. So habe die Inventur gezeigt, dass der Hiebsatz künftig deutlich gesteigert werden kann. Hier seien jährlich 822 Festmeter vorgesehen. Dies bedeute acht Festmeter pro Hektar und Jahr.
Ein besonderes Augenmerk gelte auch der Fortführung der Waldpflege und damit den Verjüngungsflächen. Dabei brauche man die Mischung, um weiterhin stabil arbeiten zu können. Anja Mörtlbauer: "Seit Jahrzehnten wird im Gemeindewald von Marktschorgast beispielhaft gearbeitet. Hier findet man Bestände, von denen viele träumen. Das saftige Plus im vergangenen Jahr ist auch den Holzpreisen zu verdanken."
Bürgermeister Hans Tischhöfer gab das Lob zurück: "Es macht Freude, mit Ihnen in unserem Wald zusammenzuarbeiten. Hier geschieht etwas Wertvolles, die Arbeit wird auch mit Herz und Verstand gemacht."
Waldreferent und stellvertretender Bürgermeister Nikolaus Ott (SPD) ergänzte: "Was wir erwirtschaften, soll dem Wald wieder zu Gute kommen. Die Bürger sollen sich auf unseren Wald freuen." Ott verwies auch auf nicht alltägliche Dinge wie die Tannensaat im "Gehäg", die demnächst maschinell mit einem Pferd vorgenommen werde: "Wir sind auf einem guten Weg und betreiben eine sehr gute und Gewinn bringende Arbeit."
/>
Einnahmen: knapp 63 000 Euro

Vorgelegt wurde auch der Jahresbetriebsnachweis für 2014. Bei der Holzernte von 825 Festmetern wurden an Einnahmen knapp 63 000 Euro erzielt. Der alte Hiebsatz lag bislang bei 568 Festmeter. Stellt man die Ausgaben den Einnahmen gegenüber, so wurde 2014 ein Überschuss von knapp 35 000 Euro erzielt. Forstamtsfrau Mörtlbauer dazu: "Es ist nicht das erste Jahr, dass so ein gutes Ergebnis erzielt wurde. Der Gemeindewald ist in Marktschorgast Einiges wert."
Für heuer wird beim Gemeindewald mit einem Überschuss von rund 15 000 Euro gerechnet.