In der feierlichen Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels wurden die 16 Schulbesten mit Preisen der Regierung, des Landkreises und des Fördervereins der Schule ausgezeichnet.
Die Schulband leitete die Feier mit einem Musikstück ein, ehe der stellvertretende Schulleiter Joachim Selzam den Schülern zu ihrem erfolgreichen Abschluss gratulierte. Allgemeinbildung und berufliche Qualifikation seien der Schlüssel, um in der neuen digitalen Welt bestehen zu können, machte er deutlich.


Digitalisierung schreitet fort

Schulleiter Hans-Jürgen Lichy befasste sich in seiner Ansprache mit dem digitalen Zeitalter. Die Digitalisierung habe mittlerweile von allen Bereichen der Wirtschaft und unseres täglichen Lebens Besitz ergriffen. So würden wir heute Mobiltelefone mit Prozessorleistungen früherer Großrechenanlagen benutzen. Bei vielen jungen Leuten scheine das Handy als Schnittstelle zu den sozialen Medien bereits ein Teil ihrer Persönlichkeit und Identität zu sein und damit lebensnotwendig. Nachdem neben der Industrie auch im Handwerk und im Handel die Digitalisierung fortschreite, werde diese Entwicklung eine tiefgreifende Veränderung der Arbeitswelt mit sich bringen, von der die Absolventen der Schule nach Abschluss ihrer Berufsausbildung auch betroffen sein werden. Dabei sei nicht zu befürchten, dass ganze Berufe verschwinden, vielmehr würden die Berufsbilder und deren Kernkompetenzen die meisten Veränderungen erfahren. Wie jede Veränderung biete aber die Digitalisierung auch viele Chancen mit positiven Auswirkungen.
So sei in unserer Region eine regelrechte Aufbruchsstimmung in diesem Bereich zu verspüren. Lichtenfels entwickle sich mit seinen in dieser Technologie richtungsweisenden Unternehmen mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit zu einem Zentrum für 3-D-Druck und Metall-Lasercusing, wodurch viele neue Arbeitsplätze entstehen werden.


Spezialisten gefragt

Eine Reihe von Unternehmen in der Gegend würden bereits mit Industrie-4.0-Standard arbeiten und benötigen dafür Spezialisten. In Burgkunstadt sei die Errichtung eines E-Commerce-Campus in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut geplant. Dadurch würden für die Abschlussschüler lebenslanges Lernen, die Nutzung betrieblicher Aus- und Weiterbildungsangebote sowie die Erweiterung ihrer Kernkompetenzen immer bedeutender. Neben dem spezifischen beruflichen Wissen spielten aber sogenannte Querschnittskompetenzen in der digitalisierten Arbeitswelt eine immer größere Rolle. Darunter verstehe man die Fähigkeit aller an einem Fertigungsprozess Beteiligten, den gesamten Prozess überschauen und mit allen Beteiligten kommunizieren zu können. Dies wolle man den Schülern vermitteln, weshalb man sich mit Unterstützung des Landkreises Lichtenfels zusammen mit der Berufsschule Kronach um ein Projekt als Modellschule für Industrie 4.0 beworben habe.
Die Religionslehrer der Schule bezogen sich in ihrem längeren Beitrag "Bausteine des Lebens" auf das Lied "Einer dieser Steine" des Rappers Sido und des Popsängers Mark Forster. Landrat Christian Meißner lobte die ausgezeichneten Leistungen der Schüler und machte auf die hervorragenden Rahmenbedingungen in der Wirtschaft aufmerksam, von denen die Absolventen der Schule profitieren könnten. Schließlich zeichnete der Schulleiter die Jahrgangsbesten in den verschiedenen Ausbildungsberufen mit Urkunden sowie Preisen der Regierung, des Landkreises und des Fördervereins aus und übergab die Zeugnisse an die Technischen Assistenten für Informatik.