Im Bezirksliga-Heimspiel des SV Seubelsdorf gegen den SK Presseck ging es für beide Teams um viel: Den Gäste bot sich eine der letzten Chancen, die Rote Laterne abzugeben, die Gastgeber wollten sich von den Abstiegsplätzen distanzieren.


Bezirksoberliga

SV Seubelsdorf -
SK Presseck 5:3

Die Begegnung begann aus Seubelsdorfer Sicht vielversprechend: Ivan Adamovic siegte schnell und souverän mit einem Mehrturm. An Brett 5 setzte Marko Hofmann seinem Gegner mit taktischen Schlägen zu und war nicht zu bremsen. Uwe Voigt gab an Brett 6 einem Remisangebot statt.
Jürgen Gegenfurtner am Spitzenbrett musste den Abtausch wichtiger Angriffsfiguren zulassen, mühte sich aber weiter darum, Positionsvorteile zu verwerten. Schließlich endete der Kampf unentschieden.
Harald Schulze verlor seine Partie an Brett 3 nach einer unerwarteten Aktion am Königsflügel.
Mannschaftskapitän Kilian Mager, der an Brett 7 einen Bauern für einen aussichtsreichen Aufmarsch in der Brettmitte ins Geschäft gesteckt hatte, gab sich mit einem Unentschieden zufrieden. Jungspieler Tobias Kolb an Brett 8 lehnte ein frühes Friedensangebot ab, musste aber schließlich doch einlenken.
Die aufgekommene Spannung löste sich schließlich an Brett 4: Mit geduldigem Flügelspiel und geschickten Abtauschmanövern führte Christian Gebhardt unversehens ein gewonnenes Bauernendspiel und damit den Mannschaftssieg herbei. uv

SK Michelau - SV Neustadt 5:3
Von wegen "Spiel um die goldene Ananas" - der Sieg der Spieler des SK Michelau sollte die Bezirksoberliga im Schach tüchtig verändern: Von Platz 6 auf Platz 2, dicht hinter einem Verein und Spitzenreiter, der schon seit Jahren jeden Aufstieg ausschlägt.
Das mit der goldenen Ananas meinte Andreas Schüpferling bei der launigen Begrüßung des Teams aus Neustadt bei Coburg ernst. Immerhin dümpelten beide Vereine in Nachbarschaft zueinander im Mittelfeld der Bezirksoberliga vor sich hin. Doch schon Schüpferling selbst sorgte dafür, dass die Ananas womöglich mehr sein könnte. Als bester derzeitiger Aktivposten des Vereins fügte er seinem Gegner Torsten Müller eine Niederlage zu, die Chance zu einer Figurengabel ergreifend. Der an diesem Spieltag zum Spitzenspieler avancierte Edgar Schaller hatte schon vorher für eine Weichenstellung gesorgt. Seinem Angriffsdrängen mit Schwerfiguren hatte Leon Bauer nur eine ungeschickte Königsverteidigung zu entgegnen. Ebenfalls einen vollen Punkt fuhr Markus Häggberg ein - seinen vierten in Serie. Allerdings erlaubte sich sein Gegner Norbert Wagner auch eine Schwächung des eigenen Königsflügels. Geschickt von Angriff auf Endspiel umschaltend, schuf sich der Michelauer zwei unwiderstehliche Freibauern. Blieb noch der letzte Sieger des Mannschaftskampfes: Bernd Stammberger. Auch er machte die Niederlagen von Gert Grüner und Benjamin Zerr vergessen, investierte er doch Material in die Schaffung zweier verbundener Freibauern. Beim Versuch, diese aufzuhalten, musste Gegner Dieter Götz zu viel Material hergeben. "Hinten", an den beiden letzten Brettern, hielten Alfons Schüpferling und Alfred Hoppe solide Remisen und gestalteten so den Mannschaftserfolg mit.
Dass der zweite Platz erreicht wurde, überraschte das Team selbst. Noch zwei Runden stehen an, die man nicht verlieren will. Doch schon in zweieinhalb Wochen geht es gegen den Bruderverein SV Seubelsdorf aus Lichtenfels.