Wenn jemand einen lieben Menschen auf eine Palliativstation bringen muss, geht dessen Leben meist bald zu Ende. Ein bedrückendes Gefühl sicher für jene, die das entscheiden müssen. Aber es ist wiederum ein gutes Gefühl, dann zu merken, dass die Angehörigen dort umsorgt und medizinisch in guten Händen sind, wenn einem Sterbenden bei Krankheiten durch Medikamente Schmerzen genommen werden und Leid erspart wird, wenn es Menschen gibt, die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten.

Waldemar Lutter aus Reckendorf und seine Frau Sonja mussten deren Vater, Max Schug, "auf Palliativ" legen lassen. "Das war eine gute Entscheidung für ihn und auch für uns als Angehörige. Er hatte Krebs und wir wussten, dass er nicht mehr lange zu leben hat", sagt Waldemar Lutter, der im Rettungsdienst bei der Rot-Kreuz-Wache in Ebern beschäftigt ist und beruflich schon viel Leid miterleben musste. Lutter: "Wenn es einen Angehörigen von dir selber betrifft, ist das halt noch mal ein Stück anders." Er jedenfalls, seine Frau Sonja, sein Sohn und seine Schwiegertochter sind im Nachhinein begeistert von der "tollen Arbeit der Ärzte und Schwestern auf der Station".

Sein Schwiegervater (87) hatte ein großes Zimmer, so dass die Angehörigen reichlich Platz fanden und seine Schwiegermutter Elfriede Schug ständig bei ihrem Mann sein konnte, der schließlich am 27. Dezember gestorben ist. Lutter lobt den Leitenden Arzt Dr. Andreas Engelhardt. "Wir waren von seiner Art, wie er mit meinem Schwiegervater und mit uns umging, begeistert." Aus Dankbarkeit haben die Angehörigen bei der Beerdigung Max Schugs auf Blumenspenden verzichtet, um das Geld der Palliativstation in Ebern zukommen zu lassen. Waldemar Lutter würdigt auch, "dass es Menschen gibt, die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten. Das hat dem Schwiegervater und uns gutgetan."

Späßchen bis zuletzt

Auch Anita Platzer aus Unterpreppach kann nur Gutes über die Palliativstation in Ebern sagen. "Mein Vater war mehrmals im Krankenhaus in Ebern und fühlte sich gut aufgehoben", sagt die 62-Jährige. Ihr Vater August hatte Darmkrebs. Als die Schmerzen im Jahr 2016 unerträglich wurden und er beim Hausarzt zusammenbrach, wurde er ins Krankenhaus überwiesen. Er kam auf die Palliativstation. Anita Platzer lobt das Personal. Sie wusste ihren Vater in guten Händen und das Team war für Fragen stets ansprechbar. "Ich kann mich erinnern, dass mein Vater trotz seiner schweren Erkrankung noch so manches Späßchen mit den Schwestern machte und die auch nett darauf eingegangen sind", sagt Anita Platzer. Vor allem hat es sie gefreut, dass ihre Mutter bei ihrem Vater über mehrere Tage mit im Zimmer wohnen durfte. Die Situation sei fast so familiär gewesen wie zu Hause "Das hat beiden gutgetan", sagt Anita Platzer. "Rückblickend kann ich mich nur positiv über die Palliativstation äußern."

Sieben Jahre hat Wilfried Loskarn aus Frickendorf seine Mutter gepflegt. "Die letzen vier hatten es in sich", sagt der heute 68-Jährige. Mit 87 Jahren ist seine Mutter im Oktober 2018 verstorben. Die letzen Tage war sie auf der Palliativstation in Ebern. "Meine Mutter konnte ihr Leben bis zuletzt selbst bestimmen, sie war geistig fit und an allem interessiert", sagt er. Zuletzt konnte sie nicht mehr sprechen, bekam Schmerzmittel und musste schließlich ins künstliche Koma versetzt werden. "Was mir angenehm auffiel, war, dass Dr. Engelhardt sich sehr um meine Mutter kümmerte und auch um mich, weil ich täglich mehrere Stunden bei meiner Mutter war", sagte Loskarn. Alle seien verständnisvoll und stets ansprechbar gewesen. "Die Palliativstation in Ebern ist eine gute Einrichtung", sagt Loskarn.

Dr. Andreas Engelhardt, der seit zehn Jahren in Ebern wirkt und aus Russland stammt, sagt, auf der Palliativstation reichten spezielle Kenntnisse nicht, sondern man müsse das Gesamte, Patienten und Angehörige, im Blick haben. "Es ist eine absolute Motivation für meine Arbeit, wenn ich höre, dass mir und den Schwestern Vertrauen und Dank entgegen gebracht werden."

Engelhardt weist darauf hin, dass einem die Palliativ-Arbeit auch persönlich nahegehe. Er und seine Schwestern geben alles, um es den Patienten so angenehm wie möglich zu machen, sie bis zum Tod zu begleiten. Da sei es ein prima Gefühl, wenn etwas zurückkomme.

Großen Wert legt der Arzt darauf, dass niemand alleine diese Arbeit schaffen könne. "Wir arbeiten im Team, auch mit Ehrenamtlichen." Mehrmals betont er, dass man auch die Angehörigen der Patienten nicht vergessen dürfe, auch sie bräuchten Zuwendung und Gespräche.