In der kurzen Gemeinderatssitzung hatte Zweiter Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU/WG), der erstmals eine Sitzung für den erkrankten Bürgermeister Siegfried Decker (NG) leitete, nur vier Baugesuche und einen weiteren Tagesordnungspunkt zu behandeln.

Keine Probleme bereitete ein Bauvorhaben in Schlömen. Dort will ein Landwirt eine Lagerhalle errichten. Ähnlich problemlos wurde der Antrag auf Vorbescheid für die Bestandserweiterung der bestehenden Normafiliale gesehen. Wie Wunderlich dazu berichtete, wird der Getränkemarkt aufgeben und um diese Fläche wird Norma ihre Ladenfläche erweitern. In See darf in einem Anbau an eine bestehende Scheune der Einbau eines Wohnzimmers mit Terrassendeck vorgenommen werden.

Weitaus schwieriger wird der Bauantrag für einen Pferdeunterstand und die geplante Errichtung eines Reitplatzes mit Koppel im Neuenmarkter Ortsteil Raasen gesehen. Dabei nicht vom Gemeinderat, sondern vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Der Grund: auf dem ehemals landwirtschaftlichen Anwesen ist eine Pferdehaltung geplant. Eigenen Angaben zufolge werden etwa 1,2 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet, davon ein Hektar Koppelfläche, die sich im Eigentum des Antragstellers befindet. Da dort zurzeit drei Kleinpferde leben, liegt für das Amt momentan keine Landwirtschaft vor.


Keine Privilegierung

Nach dem Anbau sollen dort sechs Pferde gehalten werden. Laut der Behörde reiche aber die Fläche nicht für sechs Pferde aus. Außerdem soll eventuell Reitunterricht gegeben werden, womit ein Gewerbe vorliege und somit die Voraussetzungen für eine Privilegierung nicht gegeben seien.

Im Gemeinderat stand man dem Bauantrag grundsätzlich positiv gegenüber, doch es soll mit dem Landratsamt Kulmbach Rücksprache genommen werden, ob die baulichen Maßnahmen und die Nutzungsänderung nicht über eine andere Schiene als die Privilegierung Aussicht auf Genehmigung finden.

Die zusätzlichen Arbeiten beim Ausbau der Schützenstraße wurden vom Gemeinderat mehrheitlich gebilligt. Dabei ging es um die Bordsteine im Bereich der Betriebsausfahrt bei der Baywa und bei der Einfahrt von der Staatsstraße in die Schützenstraße, die Mehrkosten von 2380 Euro beziehungsweise 3000 Euro verursachen. Ulrich Stelter (NG) vertrat die Meinung, dass das Ingenieur-Büro diese zusätzlichen Arbeiten bei der Ausschreibung der Straßenbaumaßnahmen hätte erkennen müssen. Wunderlich warb für einen ordentlichen Ausbau und war der Ansicht, dass die Mehrkosten von 3,6 Prozent vertretbar sind.

Er gab dem Gemeinderat noch einen Förderantrag für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes bekannt. Danach hat die Forstbeamtin Anja Mörtlbauer für das Nachlichten von Altholz, die Pflege in der Naturverjüngung und das Nachpflanzen von Fehlstellen Kosten von 627 Euro ermittelt. Dafür erhält die Gemeinde Neuenmarkt eine Förderung von 440 Euro und die Differenz soll aus dem Erlös vom Holzverkauf gedeckt werden.

Schließlich gab Wunderlich noch bekannt, dass am Schulgrundstück ein Befall mit dem Eichenprozessionspinner festgestellt wurde. Hier ist eine präventive und akute Bekämpfung notwendig, die durch einen Baumpfleger in Kürze erfolgen soll.