Am Ende des Sommersemesters geht Petra Gruner nach 22 Jahren als Professorin in der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Coburg in den Ruhestand. Für ihr besonderes Engagement wurde sie mit der Ehrenmedaille der Hochschule ausgezeichnet.

Professorin Gruner begleitete Generationen von Studenten durch ihr Studium. In vielen Dingen war sie Pionierin und Wegbereiterin. So initiierte sie bereits im Jahr 2000 in Kooperation mit der IHK zu Coburg eine Weiterbildungsveranstaltung für regionale Unternehmen und Banken zum Thema "Basel II", also der Eigenkapital-Vorschriften für Banken. Damals war es noch völlig neu, dass sich Hochschulen in dieser Form für den Wissenstransfer öffnen. Um den Wissenstransfer ging es ihr auch, als sie 2004 zusammen mit der HUK-Coburg den ersten dualen Studiengang der Hochschule entwickelte, und zwar in der Versicherungswirtschaft. Es sollten noch ein berufsbegleitender Bachelor- und ein Masterstudiengang Versicherungsmanagement folgen.

"Ihre Mission war es auch, an der Hochschule Bildungsangebote zu schaffen, die den Mittelstand im Blick haben und international ausgerichtet sind", betonte Hochschulpräsidentin Christiane Fritze. So sei es Gruner bereits im Wintersemester 2001/02 gelungen, den internationalen Master Financial Management mit 31 Studierenden aus zwölf Ländern an den Start zu bringen. Der Studiengang sei bis heute ein internationales Aushängeschild der Hochschule Coburg, sagt Fritze. "Frau Professor Gruner hat sich mit Ideen, Kreativität, voller Kraft, Unnachgiebigkeit und hohem Anspruch für die Hochschule, ihre Studierenden und für die mittelständischen Unternehmen in der Region eingesetzt", hob Christiane Fritze in ihrer Laudatio hervor. Für Petra Gruner kam die Ehrung völlig überraschend: "Damit habe ich nicht gerechnet. Das ist ja besser als bei einer Oscar-Verleihung." Und sie fügte hinzu: "Meine Motivation war es, Wissen weiterzugeben und ich wollte meine Studierenden dazu bringen, Dinge neu zu denken. Mir war es immer wichtig, etwas zu tun, das allen hilft, den Studierenden, den Unternehmen, aber auch der Gesellschaft." bög