Über Niederlagen und Erfolge im Leben diskutierten im Rahmen einer Exkursion 20 angehende Physiotherapeuten der Erlanger Berufsfachschule mit fünf suchtkranken Bewohnern der Laufer Mühle. Im Unterrichtsfach "Prävention und Rehabilitation" behandeln die Auszubildenden aktuell das Thema "Suchtkrankheiten" und hatten deshalb die Therapieeinrichtung als Praxisort gewählt, an dem sie "Informationen aus erster Hand erhalten werden", wie die Dozentin Dr. Cornelie Fröhlich ausführte.
Bei einer Führung durch das Gelände und Werkstätten der Facheinrichtung sprachen die von einer Abhängigkeitserkrankung betroffenen Bewohner offen über die Wege, die sie in die Sucht geführt haben. Die interessierten Zuhörer erfuhren dabei, dass sich eine Abhängigkeit über viele leid- und schmervolle Erfahrungen entwickelt. So berichteten die Betroffenen, die selbst gerade eine zweijährige IHK-Qualifizierung zum soziotherapeutischen Assistenten durchlaufen, über die "psychischen Grausamkeiten und physischen Missbräuche", denen sie in ihrer Kindheit wehrlos ausgesetzt waren. "Die seelischen Narben werden kaum verheilen, dennoch bin ich zuversichtlich, meinen Weg aus dieser hartnäckigen Krankheit hier in der Laufer Mühle zu finden", meinte Bewohnerin Anke im Gespräch mit den Jugendlichen. Dabei redete sie offen darüber, wie sie im Alltag gegen die Sucht kämpft, welche therapeutischen Fortschritte sie bereits gemacht hat und welche Herausforderungen auf sie warten werden. Demnächst will sie in eine Außenwohngruppe der Laufer Mühle nach Adelsdorf ziehen und eine Berufsqualifikation beginnen. Die Schüler zeigten sich von den vielen Entwicklungs- und Therapiemöglichkeiten angetan. "Hier kann jeder Betroffene passgenaue Angebote finden, um die Sucht zu überwinden und sich in der beruflichen und gesellschaftlichen Realität wieder zurechtfinden zu können", fasste Cornelie Fröhlich ihre Eindrücke zusammen. red