von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel

Lichtenfels — Gerd Löffler ist Pionier und Missionar in einem. In der Korbstadt Lichtenfels war er einer der ersten, der der Beatmusik frönte. "Das war in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wir nannten uns ,The Yond's'. Das ,Espress' in der Badgasse war unsere Bühne, wo es zuging wie im ,Beatclub'", schwelgt der 67-Jährige in alten Erinnerungen.
Seit 50 Jahren hat er den Beat im Blut. Wenn er anfängt, in den höchsten Tönen von dieser Musikrichtung zu schwärmen, dann spürt man als Zuhörer, dass hier einer ist, der anderen diese Musikrichtung schmackhaft machen möchte. Heute tut er das nicht mehr mit den "Yond's", sondern mit der "Revival Band", die bei einer kleinen Sommertournee durch hei mische Gefilde mit Songs wie "Waterloo Sunset" ("The Kinks") oder "Nowhere Man" ("The Beatles") das Lebensgefühl der 60er- und 70er-Jahre aufleben lässt.

"Jenseits des Normalen"

"The Yond's" - der Bandname heißt frei übersetzt so viel wie "Jenseits des Normalen". So wurden die Beatanhänger mit ihren Pilzkopffrisuren oder langen Mähnen damals von vielen Älteren auch angesehen. "Wenn Elvis oder die Beatles liefen, dann wurde bei mir zu Hause das Radio abgedreht. Bei meinem Freund Ulli Fritsche, der heute in Hamburg eine Werbeagentur betreibt, durfte nur Klassik gehört werden. Seine Beatscheiben musste sich der Sohn eines Lichtenfelser Arztes immer bei seinem Onkel anhören", erzählt Löffler.
Damals habe er die Haare etwas länger getragen, gibt der altgediente Musiker zu. Und heute? "Die Prophezeiung aus dem berühmten Beatles-Lied ,When I'm Sixtyfour' - Wenn ich 64 bin, ist eingetreten: When I get older, loosing my hair' - Wenn ich älter werde, verliere ich mein Haar." Die Haare mögen dem Lichtenfelser abhandengekommen sein, doch die Liebe zur Beatmusik ist geblieben. Mit neuerer Musik könne er nicht viel anfangen, betont Löffler. "Die ist mir zu basslastig."
Der 67-Jährige und seine Freunde stehen lieber auf handgemachte Klänge aus den 60er- und 70er-Jahren. Dafür fahre sein Bandkollege Uli Fritsche schon mal 650 Kilometer von der Hansestadt Hamburg in die Korbstadt. "Er hat sich dieser Musik, so wie wir alle, regelrecht verschrieben."
Der ehemalige Lichtenfelser, der elektrische Gitarre spielt, war es auch, der den Stein vor rund zehn Jahren ins Rollen gebracht hatte. Bei einem Besuch in der Korbstadt fragte er seinen Freund und Bassisten Moritz Eisentraut aus Lichtenfels, ob er nicht Lust hätte, eine Band aus der Taufe zu heben. "Warum nicht?", sagte sich dieser. Mit Gerd Löffler (Gesang und akustische Gitarre), Uwe Rauch aus Unterleiterbach (Gesang und akustische zwölfsaitige Gitarre) und dem Jungspund Gerrit Appel (Schlagzeug) aus Forchheim fand man weitere Mitstreiter. Die "Revival Band" ward geboren.

Premiere im "Pinkus"

"Unsere Premiere im Dezember 2006 im rappelvollen Lichtenfelser Pub ,Pinkus' war brechend voll. Zwei Monate später bejubelten uns 200 Leute im Lichtenfelser Bahnhofsbistro. Mit unserer Interpretation alter Songs trafen wir eine Marktlücke", erzählt Löffler. Inzwischen hat er ein von Udo Jürgens besungenes Alter überschritten. "Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss", heißt es da.