Die Firma Bayernwerk Netz hat in diesen Tagen mit der Inspektion von Hochspannungsleitungen begonnen. Dies geschieht aus der Vogelperspektive - vom Hubschrauber aus.

Am Donnerstag haben Techniker des Energieversorgers ausgewählte Hochspannungsmasten und Leitungen auf der Strecke zwischen Immenreuth im Landkreis Tirschenreuth und Kulmbach überprüft. Zu den Aufgaben der nächsten Tage zählen auch Leitungsbefliegungen in anderen ober- und unterfränkischen Landkreisen.

Auf mehr als 100 Kilometern Leitungslänge haben die Experten in der Region Bayreuth/ Kulmbach aus dem Hubschrauber heraus den Zustand von Leiterseilen, Armaturen, Masten oder Isolatoren in Augenschein genommen. Um den optimalen Zustand der verschiedenen Betriebsmittel aus einer besseren Perspektive als vom Boden aus zu kontrollieren, steuert der Pilot den Hubschrauber bis auf wenige Meter an die Hochspannungsleitungen heran.

Nach zwei Stunden wird getankt

Nach etwa zwei Stunden landet der Hubschrauber für einen Tank-Stopp, bevor die Kon­trollflüge fortgesetzt werden. "Bei der Inspektion aus der Luft konzentrieren wir uns auf die Leiter- und Erdseile sowie die verbauten Armaturen zwischen den Masten. So können wir Seilschäden durch Blitzeinschläge erkennen und Auffälligkeiten frühzeitig dokumentieren und zur Reparatur melden", erklärt Johannes Bauer von der Servicegruppe Hochspannungsleitungen der Bayernwerk Netz. Ebenso könne aus der Vogelperspektive der ausreichende Sicherheitsabstand von Bäumen und Pflanzen zu den Freileitungen geprüft werden. Außerdem stellen die Techniker mit einem Blick fest, ob sich auf den Masten Vogelnester befinden, die den Netzbetrieb stören. Ein weiterer Vorteil der Befliegung ist, dass die Leitungen während der Inspektionen in Betrieb bleiben können und nicht abgeschaltet werden müssen.

Die aufwendigen Flug-Kon­trollen finden in regelmäßigem Turnus im gesamten Netzgebiet

im Wechsel mit örtlichen Begehungen statt. Spätestens alle zwei Jahre wirft ein Techniker vom Boden oder aus der Luft einen Blick auf die technische Ausstattung im 110-kV-Leitungsnetz. In diesem Jahr finden die Kontrollflüge in im Nordosten Bayerns und in Oberbayern statt. Innerhalb von etwa vier Wochen werden rund 1500 Kilometer Freileitung beflogen und geprüft. Das Bayernwerk wendet für die Sicherheitsprüfung der Leitungen mit dem Hubschrauber rund 75 000 Euro auf. red