Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist seit 1975 rapide gesunken. Laut Statista1 wurden im Jahr 2021 rund 256.900 Betriebe gezählt, vor rund 50 Jahren waren es noch fast eine Million, so das Landratsamt in einer Pressemeldung. Immer wieder stehen Bauern vor tiefgreifenden Veränderungen: "Wie sollen wir uns für die Zukunft aufstellen? Welche anderen Standbeine gibt es?", sagte Antje Rink, Projektmanagerin im Regionalmanagement des Landkreises Bad Kissingen. Mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Regierung von Unterfranken hatte sie den digitalen Infoabend zum Thema "Bauernhof neu gedacht" ausgerichtet. Möglich war das dank der engen Kooperation mit Michael Diestel vom Bayerischen Bauernverband, Kreisverband Rhön-Grabfeld.

"Barrierefreier Wohnraum, betreutes Wohnen oder ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaften sind Konzepte, die sich auch auf Bauernhöfen verwirklichen lassen und dort für ein neues Wirtschaftsfeld sorgen", sagt Karola Back von der Regierung von Unterfranken. Doch bislang sind Umsetzungen rar gesät, wie Theresia Nüßlein von der Arbeitsgruppe Soziale Landwirtschaft in der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aufzeigte. Sie sprach von rund 30 Betrieben in Bayern. Über Einzelheiten zu den Fördervoraussetzungen und Antragswegen referierte Kristina Stauber vom Landesamt für Pflege, das mit dem Antragsverfahren betraut worden ist. Ein Ziel: "Bedarfsgerechte Stärkung der Pflege im ländlichen Raum", zu der die Referentin der Koordinationsstelle Pflege und Wohnen in Bayern, Brigitte Herkert, ermutigte. Sabine Wenzel-Geier, die im Landkreises Rhön-Grabfeld den Pflegestützpunkt leitet, sagt: "Es gibt eine große Nachfrage der älteren Menschen mit Unterstützungs- und/ oder Pflegebedarf, die durch die herkömmlichen Strukturen nicht mehr ausreichend gedeckt werden. Der Fachkräftemangel ist ein Grund. Dafür neue Lösungen und Angebote zu erarbeiten ist die Herausforderung."

Vom häuslichen Generationenvertrag bis zu wesentlich günstigeren Mieten - der ländliche Raum kann viele Bedürfnisse von Senioren und Seniorinnen decken. Man denke an die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - auch in der eigenen Familie, die Begegnungsmöglichkeiten von Alt und Jung und Wohnformen im überschaubaren sozialen Umfeld. Bauernhöfe könnten das leisten. Das zeigte das Praxisbeispiel von Alois Penninger aus Fürstenzell.

Infos: bayern-pflege-wohnen.de und wohnen-alter-bayern.de red