In der südlichen Frankenstraße in Oberlauter soll eine seniorengerechte Wohnanlage mit 21 Zwei- und Dreizimmerwohnungen entstehen. Damit der Investor noch im Jahr 2020 mit dem Bau beginnen kann, stellte der Ausschuss für Bau und Digitalisierung des Gemeinderates Lautertal am Donnerstag die Weichen für einen entsprechenden Bebauungsplan.

Bei der Sitzung wurden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und die beiden Einwendungen von Anliegern ausführlich behandelt. Keinen Grund, den möglichen Bebauungsplan zu ändern, sah das Gremium durch die Eingabe zweier angrenzender Grundstückseigentümer. "Durch die Anordnung der Abstandsflächen zum benachbarten Grundstück werden die Anforderungen an Belichtung, Belüftung und Beschattung eingehalten", heißt es in der Begründung. Entsprechende Beschlussempfehlungen wurden gefasst und werden an den Gemeinderat weitergeleitet, der am kommenden Donnerstag mit höchster Wahrscheinlichkeit diesen folgen und damit den Weg für das gesetzlich vorgeschriebene zweite Anhörungsverfahren frei machen wird.

Im Vorfeld der Beratungen hatten die Gemeinderäte das Areal in Augenschein genommen. Wie Geschäftsleiter Hans Frieß mitteilte, wird an der östlichen Seite der tangierenden Kreisstraße noch ein Fußweg gebaut, so dass die Bewohner in Richtung Unterlauter laufen können, ohne die Kreisstraße queren zu müssen.

Kinder in Containern

Um dem Bedarf an Kindergartenplätzen gerecht zu werden, hat sich die Gemeinde für eine "Containerlösung" entschieden. Aufgestellt werden sollen die Container zwischen dem Kindergarten "Klecks" und der Mittelschule Am Lauterberg. Um diese Einrichtung mit ausreichend Strom versorgen zu können, muss die SÜC Coburg eine Trafo-Anlage errichten. Der Ausschuss gab die Empfehlung, eine entsprechende Grundstücksfläche im Bereich der Erfurter Straße zum Kauf anzubieten.

Bürgermeister Karl Kolb (ÜPW) informierte darüber, dass die Container in der Woche vom 17. August geliefert werden sollen. Damit könne die Einrichtung wie geplant im September ihren Betrieb aufnehmen. "Wenn die Lieferzeit eingehalten wird, ist uns eine Punktlandung gelungen", zeigte sich Kolb zufrieden.

Im Vorfeld der Sitzung stand die Ortsbesichtigung geplanter Bauvorhaben und der gemeindlichen Liegenschaften an. Die vierstündige Tour durch Lautertal sollte vor allem den sechs neuen Gemeinderatsmitgliedern die Möglichkeit geben, sich ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Als "Reiseleiter" fungierte Hans Frieß, der die Räte mit umfangreichen Zahlen und Fakten versorgte. Bei den Ortsbesichtigungen stellte Frieß heraus, dass aufgrund der Corona-Krise eine in Aussicht gestellte Förderung des Pumpwerkes in Rottenbach "auf Eis gelegt" worden sei. "Wir sprechen hier von 360 000 Euro", betonte Frieß.

Notunterkunft ein "Problemkind"

Ein "Problemkind" hat die Gemeinde mit ihrer Notunterkunft. Diese müsste dringend renoviert werden. Eine erste Kostenschätzung brachte eine Summe von 50 000 Euro hervor. Vor Ort konnten sich die Gemeinderäte von der Notwendigkeit überzeugen, stellten allerdings die Überlegung in den Raum, ob es nicht Alternativen hierzu gäbe.

Auch auf den südlichen Ortseingang von Lautertal warf man einen Blick. Zwischen Apotheke und Kreisel soll ein Fußweg entstehen.

Zweifel am geplanten Fußweg

Bürgermeister Kolb gab die Bedenken der Naturschutzbehörde des Landratsamtes weiter. Dort meinte man, dass durch einen Fußweg, das "grüne Eingangstor" von Lautertal zerstört würde. Angesichts des wahrscheinlich nicht unerheblichen Eingriffs in die vorhandene Böschung wurden leichte Zweifel an der geplanten Maßnahme laut.

Bürgermeister Kolb, betonte, dass ein Beschluss des Gemeinderates vorliege, einen Bürgersteig unter der Voraussetzung einer 60-prozentigen Förderung zu bauen. "Ich werde den Beschluss umsetzen, sofern mir aus dem Gemeinderat nichts anderes aufgetragen wird", sagte Kolb. mr