Bestanden Einfriedungen früher aus Holz und später aus Maschendraht- oder Metallzäunen, scheinen jetzt Gabionenwände der Hit zu sein. Dieser Eindruck wird zumindest bei den Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses in Weisendorf vermittelt. Manche dieser massiven Wände stoßen bei den Nachbarn allerdings nicht gerade auf Zustimmung.
Bereits im November des vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss die Teileinfriedung von Hans Berner zur Errichtung einer 1,90 Meter hohen Gabionenwand abgelehnt. Beim erneuten Antrag wurde die Höhe auf 1,80 Meter verringert, und zur Nachbargrenze sollen die Gabionen eine Holzverkleidung erhalten. Der Antragsteller beruft sich dabei auf Vergleichsfälle in der näheren Umgebung, die bei einem Ortstermin tatsächlich vorgefunden wurden.
So existieren Holzschutzzäune bis zu einer Höhe von zwei Metern. Die Zäune wurden vor 15 bis 25 Jahren in Absprache mit den Nachbarn errichtet. Allerdings gab es für die Zäune keine Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Dies wollen die betroffenen Grundstückseigentümer nun nachholen. Nach dem Bebauungsplan dürfen Einfriedungen eine Höhe von 1,20 Meter nicht überschreiten, ausgenommen sind Hecken bis zu einer Höhe von zwei Metern. Unter Würdigung nachbarlicher Interessen gab es für die beantragte Gabionenwand keine Befreiung.


Erst gebaut, dann gefragt

Tatsachen wurden dagegen bereits am Uehlfelder Weg geschaffen und eine fünf Meter lange und 1,80 Meter hohe Gabionenwand errichtet. Die Eigentümerin des Nachbargrundstückes ist allerdings nicht einverstanden und verweist dabei auf den rechtsgültigen Bebauungsplan, wonach Einfriedungen nur bis zu einer Höhe von 1,40 Meter zulässig sind. Auch in diesem Fall versagte der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen. Das letzte Wort wird wohl das Landratsamt haben, das entscheiden muss, ob ein Rückbau angeordnet wird.
Kein Problem gab es dagegen für den Antrag von Christoph Hocke zur Einfriedung seines Grundstückes am Meisterweg. So soll zum Nachbargrundstück hin ein 1,50 Meter hoher Maschendrahtzaun und auf der Seite des öffentlichen Gehweges ein 1,25 Meter hoher Doppelstabmattenzaun errichtet werden.
Diskussionen gab es zum Antrag von Peter Brehm zur Errichtung einer Außentreppe und Bewirtschaftung im Außenbereich vor der Eventscheune in Oberlindach. Der Bau- und Umweltausschuss befasste sich schon einmal mit dem Antrag, die Abstimmung endete damals mit einem Patt, und das gemeindliche Einvernehmen wurde nicht erteilt. Zwischenzeitlich fand eine schalltechnische Untersuchung statt. Daraus ergab sich, dass die schalltechnischen Anforderungen eingehalten werden, wenn sich auf der Außenschankfläche maximal 16 Personen aufhalten. Zusätzlich können sich kurzzeitig (bis zu einer Stunde pro Tag) 150 Personen dort aufhalten. Die Gemeinde wurde vom Landratsamt aufgefordert, über den eingereichten Tekturplan zu entscheiden. Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden die Außenfläche auf 100 Quadratmeter halbiert und mehr Stellplätze nachgewiesen als erforderlich.
Stefan Groß (FW) und Norbert Maier (Grüne) sahen den Antrag zur Außenbewirtschaftung sehr kritisch. Man könne 150 Leute, beispielsweise bei einem Hochzeitsempfang, bei schönem Wetter nicht auffordern, sich ins Innere zu begeben. Auch Günther Vogel (BW/FW) sieht Ärger auf Anwohner, Betreiber und Gemeinde zukommen, denn es habe sich im Wesentlichen nichts verändert, außerdem verfügen das Hotel und die Eventscheune schon jetzt über genügend Außenschankflächen. Hans Kreiner (CSU) verwies darauf, dass die Eventscheune genehmigt wurde und sieht die Angelegenheit als unkritisch. Mit der Stimme des Bürgermeisters wurde der Antrag, gegen die Stimmen von SPD, Grüne und BWG/FW, fünf gegen vier abgesegnet.