Christiane reuther "Singen und Spielen im Advent" - unter diesem Motto fand in der evangelischen Christuskirche in Haßfurt am zweiten Adventssonntag ein besonderer Gottesdienst statt.

Zum einen stellten sich die verschiedenen musikalischen Gruppen der evangelischen Kirchengemeinde vor. Vom Posaunenchor mit seinen Jungbläsern über den Kinderchor und die Blockflötengruppe bis hin zur Orgel waren fast alle Gruppen einbezogen. Zum anderen feierte die Kirche ihr 120. Jubiläum. Deshalb spielte der Posaunenchor eingangs der "alten Dame" ein Geburtstagsständchen.

Den Geburtstagskuchen gab es im Anschluss an den Gottesdienst beim Kirchenkaffee im Gemeindehaus, das ebenfalls ein Jubiläum feierte. Das ehemalige Zollhaus steht seit 20 Jahren im Dienst der Kirchengemeinde.

Weihnachtsgeschichte

Pfarrerin Sabine Hopperdietzel nahm in ihrer Ansprache Bezug auf eine Weihnachtsgeschichte, die zuvor drei Jugendliche vorgetragen hatten. Ähnlich wie in der Geschichte, wonach sich ein König als Bettler unters Volk mischte, sei es mit Jesus, dessen Menschwerdung an Weihnachten gefeiert werde. Um die Herzen der Menschen zu öffnen, erniedrige er sich selbst. Die Kirche sei ein besonderer Ort für die Begegnung mit Gott. Die besondere Atmosphäre helfe, sich zu sammeln und Atem zu holen, sagte sie.

In den 120 Jahren nutzten den Angaben zufolge fünf Generationen das Gebäude. Viele Gläubige seien mit ihrer Kirche sehr verbunden, sagte die Pfarrerin. Sei es durch die Taufe, die Konfirmation, die Hochzeit, beim Gedenken an Verstorbene oder bei verschiedenen Gottesdiensten. So haben sich im Laufe der Jahre viele Lebensgeschichten tief in die Mauern der Kirche eingeschrieben, wie die Pfarrerin unterstrich.

Wie kam es zum Bau der Christuskirche? Im Jahre 1852 wurde die durch Haßfurt führende Eisenbahnlinie fertiggestellt. Durch den Bau ist die evangelische Bevölkerung angewachsen. In Haßfurt hatten sich Beamte mit evangelischem Glauben angesiedelt.

Zu der damaligen Zeit waren die evangelischen Christen aus Haßfurt in die Kirche von Unterhohenried ausgewichen. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche wurde immer größer. So gründete sich ein Verein, der Spenden sammelte und den Bau des Gotteshauses voranbrachte. Im neuromanischen Stil erbaut, konnte das imposante Kirchengebäude im Jahr 1899 eingeweiht werden. Der erste Vikar war der spätere Landesbischof Hans Meiser, wie an der Außenseite der Kirche zu lesen ist. Im Jahr 1970 erfuhr der Innenraum des Gotteshauses eine Veränderung. Außen ist die Kirche unverändert geblieben.