Im Landkreis Kulmbach wurden im vergangenen Jahr 301 neue Wohnungen gebaut - in Ein- und Zweifamilienhäusern, in Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die

IG Bau beruft sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Danach flossen für den Neubau im Kreis Kulmbach Investitionen in Höhe von rund 56,8 Millionen Euro.

"Der Boom der Branche hält schon seit Jahren an. Und es ist kein Ende in Sicht", sagt Bezirksvorsitzender Gerald Nicklas. Der Gewerkschafter verweist auf einen wachsenden Berg genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen, der zu "prall gefüllten Auftragsbüchern" bei den Unternehmen führe: Nach einer Auswertung des Pestel-Instituts wurden im Landkreis zwischen 2011 und 2019 Baugenehmigungen für rund 610 Wohnungen erteilt, die noch gebaut werden müssen.

"Es gibt einen regelrechten Stau am Bau. Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger arbeiten am Anschlag, um die Auftragsflut zu bewältigen. Statt Kurzarbeit und Homeoffice heißt es

bei ihnen: Überstunden und Wochenendarbeit", so Nicklas.

Die IG Bau Oberfranken fordert deshalb, die Beschäftigten in der Region an den guten Geschäften der Firmen fair zu beteiligen. In der laufenden Tarifrunde setzt sich die Gewerkschaft für ein Einkommensplus von 5,3 Prozent ein. Außerdem sollen die sog. Wegezeiten, also die langen, meist unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen, entschädigt werden. red