Herzogenaurach — Das Letzte, was der damals 15-jährige Berthold Rindsberg im Oktober 1939 von seinem Geburtsort Adelsdorf sah, das war ein SA-Mann, der seine Mutter und ihn auf ihrem Weg zum Bahnhof in Adelsdorf beschimpfte. Doch während Berthold Rindsberg einen Zug bestieg, der ihn ins sichere Ausland brachte, blieben seine Mutter und der kleine Bruder in Adelsdorf zurück und wurden drei Jahre später zusammen mit Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen nach Polen deportiert und ermordet.
Die Tatsache, dass er Mutter und Bruder nicht hatte retten können, bedrückte Baruch Ron sein ganzes Leben lang. Geboren wurde Baruch Ron, wie er sich nach seiner Einwanderung 1948 nach Israel nannte, 1924 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Viehhändlersfamilie im Haus Hauptstraße Nr. 3 in Adelsdorf. Die Familie war dort seit Generationen ansässig. Im Dorf war man anerkannt und geachtet. Das änderte sich mit dem Machtantritt der Nazis ab 1933. Am 10. November 1938 verwüsteten die Nazis auch in Adelsdorf die Synagoge und die Häuser der Juden.
Im Mai 1942 erhielt Ron die letzte Nachricht von seiner Familie aus dem Ghetto Izbica bei Lublin. 1948 fand Baruch Ron in Israel eine neue Heimat. Bürgermeister Karsten Fischkal, dem die Aussöhnung mit den ehemaligen jüdischen Bürgern Adelsdorfs ein Anliegen ist, kondolierte der Familie in Israel. Baruch Ron verstarb bereits am 1. Mai im Kreis seiner Familie. Er hinterlässt eine Frau, vier Kinder und sieben Enkelkinder. red