"Für gute Schauspieler gibt es keine schlechten Rollen", stellte der französische Schriftsteller Honoré de Balzac bereits im 19. Jahrhundert fest. Wäre er dieser Tage bei der Aufführung des Stücks "Guns'n'Nuns: Nehmen ist seliger denn geben" am Friedrich-Rückert Gymnasium in Ebern zu Gast gewesen, hätte er sich wohl bestätigt gefühlt. Denn das, was die Kinder und Jugendlichen der siebten und achten Jahrgangsstufe des Gymnasiums im Rahmen des Mittelstufentheaters auf die Bühne in der schuleigenen Aula brachten, überzeugte nicht nur die Eltern der jungen Darsteller, sondern auch die weiteren Besucher.

Das Geschehen

Die Akteure schafften es zu jeder Zeit, die nötige Ernsthaftigkeit zu behalten, während sie die Geschichte von drei Bankräubern erzählen, die sich nach einem misslungenen Banküberfall als Dachdecker ausgeben und Zuflucht in einem örtlichen Kloster suchen. Dort stellt sich schnell heraus, dass die ansässigen Nonnen zwar Butter als Gotteslästerung sehen, aber das Überfallen von Banken ihrer Ansicht nach wohl keineswegs in diese Kategorie fällt. So haben die Schwestern über zahlreiche Jahre hinweg ein beachtliches Vermögen angereichert und stellen sich im Verlauf des unterhaltsamen Abends als die wahren Diebe der Geschichte heraus. Während dies allein schon ein Festmahl für die Freunde der Absurdität darstellen würde, erreicht die Handlung erst durch eine verdeckt ermittelnde Agentin, die sich als Nonne ausgibt, eine korrupte Polizistin und einen Polizeichef mit großer Affinität zum Geld ihren tatsächlichen Höhepunkt. Der Autor Kai Hinkelmann verwendet in seinem Theaterstück einen Wortwitz, der viel Fingerspitzengefühl benötigt, doch die jungen Darsteller konnten das Publikum ein ums andere Mal zum Lachen bringen.

Mit dieser kurzweiligen Vorstellung des Mittelstufentheaters haben die Schüler um die verantwortliche Deutschlehrerin und Regisseurin Judith Hirschberg gleichzeitig Vorfreude auf den Donnerstag, 11. April, geweckt, wenn das Oberstufentheater seine Aufführung in der Aula des Eberner Gymnasiums auf die Bühne bringt.