von unserem Mitarbeiter  Harald Rieger

Bamberg — Erst kochte er beim Kochduell (Seite 11), dann ging er Baden: Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner hatte sich für das Pfingstwochenende so allerhand vorgenommen - und musste dann beim traditionellen Pfingstanschwimmen der DLRG aus den Fluten der Regnitz gerettet werden. Aber der Reihe nach.
Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hatte am Pfingstsonntag nur einen kleinen Verdauungsspaziergang machen wollen. Als er den Geyerswörth-Steg passierte, traute er seinen Augen kaum: Zahlreiche Menschen in Neopren-Anzügen waren an den Stromschnellen vor dem Alten Rathaus versammelt - und mittendrin der dritte Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD). Doch dieser trug nicht wie sonst üblich bei Repräsentationsterminen einen dunklen Anzug mit Krawatte, sondern steckte in einem bunten Schwimmeranzug. In der linken Hand trug er Flossen, in der rechten Hand Schwimmflügel und um den Hals eine gelbe Quietsche-Ente.
Nun wollte es Starke genauer wissen und kam näher. Das Pfingstanschwimmen der DLRG war ihm ja bekannt. Aber ein Bürgermeister unter den Schwimmern. Wie kam's? "Anlässlich der zehnjährigen Partnerschaft mit der DLRG Bamberg-Gaustadt war ich zu Gast in Villach bei der Österreichischen Wasserrettung", klärte Metzner auf. "Dabei hatte ich mich leider versprochen und die DLRG als Wasserwacht bezeichnet." Diesen Fehler trug man ihm nach und er wurde quasi "zwangsverpflichtet", beim Anschwimmen teilzunehmen.
Metzner ließ sich nicht lange bitten und so warf er sich am Sonntag unter den Augen seines obersten Dienstherrn in die Strömung. Was OB Starke nicht mehr sah: Metzner ist nicht weit gekommen. Schon auf Höhe Kranen musste er von den Villacher Kollegen gerettet werden: Die Bamberger DLRG-Rettungsschwimmer zogen den etwas blass gewordenen Bürgermeister aus dem Wasser ins sichere Boot. Schnell gewann er wieder Farbe und konnte erklären, was geschehen war. "Ich hätte vorher einmal im Hallenbad üben sollen. Ich bin noch nie in einem Taucheranzug und mit Flossen geschwommen. Dazu noch die starke Strömung. Plötzlich überkam mich eine Panikattacke und ich musste raus aus dem Wasser." Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt: Metzner hat sich fest vorgenommen, das Schwimmen mit dem Neoprenanzug und mit Flossen zu üben, um im nächsten Jahr einen erneuten Versuch zu wagen.
Die restlichen rund 100 Schwimmer, die sich am traditionellen Anschwimmen beteiligt hatten, absolvierten die rund acht Kilometer lange Strecke vom Alten Rathaus bis zum Wasserrettungsstützpunkt in Viereth ohne weitere Schwierigkeiten. Lediglich an der Erbe-Schleuse mussten die Schwimmer kurz an Land und zu Fuß die Schleuse überwinden. Die schnellsten Teilnehmer erreichten den Stützpunkt nach etwa zweieinhalb Stunden. Der jüngste Schwimmer war übrigens sechs Jahre alt.
"Das Anschwimmen führen wir seit über 40 Jahren durch. Wir wollen damit signalisieren, dass wir auch im Winter trainiert und unsere Ausbildungen absolviert haben, um für die unmittelbar bevorstehende Badesaison bestens gerüstet zu sein", schilderte Gerhard Öhlein, Vorsitzender der DLRG Bamberg-Gaustadt, den Hintergrund der Aktion. Denn auch heuer wieder werden die Kollegen der Wasserrettung im Freibad Gaustadt und an den vielen Baggerseen in der Region die Badeaufsicht übernehmen.