Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Silke Scheumann übernimmt die 34. Bamberger Poetikprofessur. Das teilte die Otto-Friedrich-Universität am Dienstag mit. In ihren Gedichten und Prosatexten formuliert Scheuermann eindringlich aktuelle ökologische und tierethische Herausforderungen und rückt zudem Familien-, Liebes- und Generationskonflikte in den Mittelpunkt.

„Ihre facettenreichen Texte loten das Spannungsfeld von Mensch, Natur und Kultur aus; dabei werden Stadtleben und Naturerfahrungen auf innovative Weise literarisiert und in Beziehung zueinander gesetzt“, beschreiben die Organisatorinnen Prof . Andrea Bartl und Antonia Villinger das Werk Scheuermanns.

Sie holen die Autorin für vier öffentliche Online-Vorlesungen am 9., 16. und 23. Juni sowie am 1. Juli an die Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft der Uni Bamberg . Die Vorträge werden aufgezeichnet und können jeweils ab 20 Uhr online abgerufen werden.

Die Poetikvorlesungen werden zudem von weiteren Veranstaltungen gerahmt: Für die Studierenden bietet Scheuermann nach vorheriger Bewerbung am 17. Juni einen Lyrik-Workshop an, außerdem wird in Kooperation mit dem E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg eine Lyriklesung veranstaltet.

Den Abschluss der Poetikprofessur bildet das öffentliche, ebenfalls virtuell durchgeführte Kolloquium „Ethik der Natur, Ethik der Stadt“, das vom 1. bis 3. Juli in Kooperation mit dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia stattfindet. Dabei widmen sich Referenten aus den Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und aus dem Literatur- und Kulturbetrieb den Texten Scheuermanns.

Die Autorin debütierte 2001 mit dem Lyrikband „Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen“. Darauf folgten Lyrikbände, wie etwa „Der zärtlichste Punkt im All“ (2004), „Skizze vom Gras“ (2014) oder zuletzt „Und ich fragte den Vogel“ (2015). In ihr Werk reihen sich auch verschiedene Prosatexte wie „Reiche Mädchen“ (2005), „Shanghai Performance“ (2011) oder der Roman „Wovon wir lebten“ (2016). red