Wie beim neuen Großflughafen Berlin hat die Covid-19-Pandemie auch bei einem vergleichsweise winzigen Projekt der Gemeinde Pettstadt einen Strich durch die Rechnung gemacht: Der seit Jahren erhoffte Bürgertreff am Kirchplatz ist fertig, aber Besucher können wegen der Kontaktbeschränkungen nicht eingelassen werden, bedauert Bürgermeister Jochen Hack. Annika Stintzing vom städtebaulichen Projektmanagement plant die Eröffnung provisorisch für den 8. Mai, wenn in Deutschland der "Tag der Städtebauförderung '" begangen wird.

Gemeinsame Aktivitäten

Die Einrichtung eines Bürgertreffs zählte von Beginn des Gemeindeentwicklungsprozesses zu den vorrangigen Zielen, um unabhängig von Kirche und Vereinen den Bürgern die Möglichkeit für gemeinsame Aktivitäten zu bieten. Als Räumlichkeit dient der vor Jahren geschlossene Nachbarschaftsladen der Familie Reinwald, den die Gemeinde langfristig angemietet hat. Der im Rahmen des Sanierungsprojekts gebildete Helferkreis entwickelte schon 2018 einen Vorschlag zur Ausgestaltung des Bürgertreffs und lieferte eine Ideensammlung für die künftige Nutzung ab. Über die Planung und Genehmigung des staatlichen Zuschusses durch die Regierung von Oberfranken ist dann aber doch einige Zeit verstrichen.

Zudem stand eine Weile die Frage im Raum, ob man in dem ehemaligen Einzelhandelsgeschäft nicht vielleicht doch einen dringend nötigen Bürgerladen eröffnen könnte. Aus verschiedenen Gründen rückte der Gemeinderat aber von dieser Idee ab. Bürgermeister Hack und das Quartiersmanagement sind weiter auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen neuen Bürgerladen. Auch dieses Vorhaben wird aus der Bürgerschaft nach Kräften unterstützt.

Der ehemalige Nahkauf ist jetzt kaum wiederzuerkennen. Nach Beratung durch die Senioren- und Behindertenbeauftragten der Kreisverwaltung entstand ein vielfältig nutzbarer Bürgertreff für Jung und Alt. In der Raumakustik und Beleuchtung ist er auf dem neuesten Stand. Direkt hinter dem Schaufenster lädt eine Polstergruppe zum Verweilen, Plauschen und Beobachten von "Kauf und Lauf" auf dem Kirchplatz ein. Behindertengerechte Tischgruppen dienen der Bewirtung der Besucher und allen denkbaren Spielen, Bastelarbeiten und dergleichen mehr. Eine Küchenzeile ermöglicht die Versorgung der Teilnehmer.

Der Bürgertreff soll sich aber nicht zu einer Konkurrenz für die Pettstadter Gastronomie entwickeln, wie aus der zwischenzeitlich vom Gemeinderat verabschiedeten Benutzungsordnung hervorgeht. Die Volkshochschule, die Gemeindebibliothek, der Sportverein , die Kultschmiede, das Kolping-Bildungswerk, der Obst- und Gartenbauverein , Seniorenkreise, Gitarrenfreunde und junge Mütter haben nach Auskunft von Annika Stintzing bereits Interesse bekundet, den Bürgertreff zu nutzen.

Weitere Pläne

In den Umbau und die Ausstattung investierte die Gemeinde 57 000 Euro. Darauf erhielt sie 24 500 Euro Zuschuss aus der Städtebauförderung sowie eine Spende der Theo-Wormland-Stiftung in Höhe von 5000 Euro. Der Eigenanteil beläuft sich auf 27 600 Euro.

Auf der Agenda des Quartiersmanagements für die Gemeindeentwicklung stehen in diesem Jahr neben dem Bürgerladen unter anderem die Freiflächenentwicklung an der Pettstadter Fähre, ein Besucherleitsystem und ein Themenrundweg. Zu den langfristigen Zielen zählen der Rückbau der Hauptstraße und die Verwertung von Grundstücksbrachen zwischen Haupt- und Fabrikstraße für ein Wohnprojekt und die Errichtung eines Bürgerhauses im Hopfengarten.