Wildbienen sind ein wertvolles Gut, dessen Population es zu pflegen und zu schützen gilt. Im neuen Schlosspark von Trabelsdorf hat jetzt Lothar Winkler, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, symbolisch für ganz Oberfranken eine von über 60 Wildbienennisthilfen mit Informationstafeln offiziell aufgestellt. „Unser Haus ist ein Partner für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Natur- und Artenschutz “, so Winkler. „Es ist uns wichtig im Rahmen von Dorferneuerungen und Flurneuordnungsverfahren der Bevölkerung das Thema Erhalt der Artenvielfalt nicht nur bei Insekten näherzubringen.“

Bei der Herstellung der Nisthilfe wurde laut der Pressemitteilung der Teilnehmergemeinschaft Trabelsdorf besonders auf Regionalität geachtet. Das Eschenholz stammt aus dem Wald unterhalb der Giechburg bei Scheßlitz. Das Sägewerk Fürst in Azendorf hat die Stämme zu Balken verarbeitet und daraus Blöcke für die Nisthilfe gesägt. Die Joseph-Werkstätten in Lichtenfels haben unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung Nistlöcher in die Holzblöcke gebohrt, diese glatt gehobelt und an der Infotafel montiert. In den Bohrungen finden nicht Staaten bildende Wildbienen und andere Insekten Raum zum Nisten und Überwintern.

Auf historische Größe erweitert

Pascal Kübler, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Trabelsdorf: „Es freut mich, dass die Dorferneuerung von über 39 Teilnehmergemeinschaften in ganz Oberfranken symbolisch für die Installation aller 60 Wildbienennisthilfen ausgewählt wurde.“ Im Rahmen der Dorferneuerung wurde durch die Teilnehmergemeinschaft Trabelsdorf der Schlosspark auf seine historische Größe erweitert. Es entstand ein neues Fußwegenetz. Ansprechende Sitzgruppen laden zum Verweilen ein. „Spannend wird sein, wie sich das Erscheinungsbild des jungen Schlossparkes mit den circa 90 gepflanzten Laubbäumen und den rund 180 neuen Sträuchern in den nächsten Jahren entwickeln wird“, so Kübler.

Zur Information der Besucher sind vor den Baumgruppen Tafeln installiert, auf denen die Baumarten mit ihren Besonderheiten beschrieben werden. „Damit führen wir den bestehenden Baumlehrpfad des alten Schlossparkes in den neuen fort“, freut sich Florian Dietz, örtlich Beauftragter der Teilnehmergemeinschaft Trabelsdorf.

Vom Aussterben bedroht

Im neuen Schlosspark gibt es aber noch mehr zu entdecken: So wird beispielsweise mit einer Infotafel die Entwicklung des Ameisenbläulings veranschaulicht. Der Ameisenbläuling ist eine vom Aussterben bedrohte und noch im Schlosspark vorkommende Schmetterlingsart, die zu ihrer Existenz sowohl den Wiesenknopf ( Pflanze ) als auch Ameisen benötigt.

In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde wird im Herbst die offene Wiesenfläche des Schlossparkes mit einer speziellen Saatgutmischung für standorttypische Blumen und Kräuter ökologisch aufgewertet. „Die Saatgutmischung ist bereits bestellt“, konnte Pascal Kübler berichten. Die Wildbienennisthilfe runde das ökologische Informationssystem des Schlossparkes gelungen ab.

„Ich sehe die neue Informationsquelle als weiteres Puzzleteil in unserem Naturjuwel Schlosspark“, sagte Michael Bergrab, Erster Bürgermeister der Gemeinde Lisberg . Weiterhin dankte er der Teilnehmergemeinschaft und dem Amt für ihr Engagement in der Flurneuordnung mit Dorferneuerung Trabelsdorf.

„Inspirationsquelle“

Der Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, Norbert Reichl, zugleich Zweiter Bürgermeister von Lisberg , erklärte: „Ich sehe unseren Schlosspark auch als Inspirationsquelle, um das Thema Naturschutz in die Fläche zu bringen. Insekten sind Schlüsselfiguren im Ökosystem .“ Er lud alle Bürger ein, sich im neuen Schlosspark zu erholen, aber auch Ideen für die eigene Gartengestaltung mit nach Hause zu nehmen. red