Seitdem die Tage wärmer werden, hört man in Memmelsdorf entlang der Staatsstraße wieder das Blöken der Schafe . Radfahrer und Fußgänger bleiben stehen und beobachten fasziniert die buntgemischte Herde und die putzigen Lämmer.

Memmelsdorf geht bei der Pflege einiger seiner Eigentumsflächen neue Wege und setzt statt auf Mulchen nun auf Beweidung. Insgesamt werden mittlerweile 10 Hektar beweidet, teilt der Landschaftspflegeverband (LPV) mit. Zum Einsatz kommen vierbeinige Rasenmäher in Form von Schafen und Ziegen . Eine absolute Win-win-Situation freut sich Bürgermeister Gerd Schneider: „Der Landwirt hat Weideflächen und Futter für seine Tiere und unsere gemeindeeigenen Flächen werden ökologisch gepflegt.“

„Wir haben hier für einen Teil unserer eigenen Flächen eine gute Möglichkeit gefunden, diese naturnah zu bewirtschaften und dabei auch noch Zeit und Geld zu sparen“, findet auch Bauamtsleiter Stephan Walz: „Wir brauchen auf diesen Flächen nicht mehr selbst zu pflegen und sparen uns auch die Entsorgung des Grünguts. Statt in der Kompostanlage landet das Gras im Bauch der Tiere .“

Schafe und Ziegen schaffen mit ihrem Fraß viel Struktur auf den Flächen, denn einzelne Bereiche und Pflanzen bleiben immer als kleine ökologische Minibiotope stehen. Die Abdrücke der Hufe führen außerdem zu offenen Bodenstellen, auf denen dann Pflanzensamen besonders gut keimen können.

Erwähnenswert ist auch ein anderes Detail: Der Dung der Tiere entfaltet eine große Anziehungskraft auf bestimmte Insekten wie zum Beispiel den Mistkäfer. Diese Käfer sind wiederum eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel oder Fledermäuse. Ein weiterer Aspekt ist der positive Einfluss auf den Biotopverbund. Im Fell und in den Hufen der Tiere werden Samen und kleine Insekten von einer Weide auf die nächste gebracht und können so ihre Verbreitungsmöglichkeit enorm steigern. Auch Landwirt Jürgen Beil ist überaus zufrieden, dass er Flächen von der Gemeinde Memmelsdorf beweiden darf. Er hat kurze Anfahrtswege, ist schnell bei den Tieren und konnte seine Weideflächen und damit auch die Herde deutlich vergrößern. red