Das Stadttor , also das obere Tor, seit 1466 Teil der Stadtbefestigung, ist das weitaus bekannteste Wahrzeichen von Schlüsselfeld . Das gerne als „Steigerwaldmetropole“ bezeichnete Städtchen mit seinem – zwischen Türmen und Mauern erhaltenen – mittelalterlichen Flair hat jedoch wesentlich mehr zu bieten. Die weniger bekannten Plätze können jetzt auf einem „Historischen Rundweg“ erkundet werden.

Ganz so wie vor Jahrhunderten ist es allerdings nicht mehr in der historischen Schlüsselfelder Altstadt : Mehr als siebzig Schankrechte – ähnlich den unterfränkischen Heckenwirtschaften – soll es nach den Worten von Altbürgermeister Georg Zipfel einst in der Altstadt gegeben haben. Der ehemalige Bürgermeister hat sich – wie auch Friedel Auer, der Leiter des Stadtmuseums – der Geschichte der Stadt verschrieben.

Das Herz von Schlüsselfeld ist immer ein beliebter Treffpunkt: An schönen Tagen und lauschigen Abenden sitzt man gerne vor einem der alteingesessenen Gasthäuser. Dem „Storch“ zum Beispiel oder dem „Schwarzen Adler“. Wobei Einheimische beim letztgenannten vielmehr „zum Seelmann“ gehen. Sei’s drum – beide Traditionshäuser, der „Storch“ und der Seelmann – sind Stationen auf dem neuen Rundweg durch die Schlüsselfelder Altstadt , der jetzt seiner Bestimmung übergeben wurde.

Altbürgermeister Georg Zipfel und Museumsleiter Friedel Auer haben den Rundweg zu ihrer Herzensangelegenheit gemacht. Auf einer Strecke von 2,4 Kilometern haben sie 28 Stationen ausgewiesen und mit Informationstafeln zu deren Geschichte ausgestattet.

Fördermittel fließen

Dank der Fördermittel durch die LAG Südlicher Steigerwald, wie Bürgermeister Johannes Krapp deutlich macht, kann man sich nun die Sehenswürdigkeiten und historischen Gebäude der Stadt erschließen. Gut 22.000 Euro hat die Ausweisung des Rundwegs samt Informationstafeln gekostet. Nach Abzug der LAG-Förderung sei der Stadt ein Eigenanteil von rund 13.000 Euro geblieben.

Ausgangspunkt des Rundwegs ist die Infotafel am Marktplatz. Dort findet sich auch ein QR-Code, durch den der Nutzer direkt auf die Homepage der Stadt gelangt. An der Infotafel liegt aber auch ein Flyer bereit, der in deutscher und englischer Sprache durch den Rundweg und seine 28 Stationen führt.

Dabei lohnt es sich, auch einmal vom Leben und Treiben auf dem bekannten Marktplatz mit seinen zum Teil barocken, mit prächtigen Mansarddächern ausgestatteten Bürger- und Geschäftshäusern abzuweichen. Zum „Karner“ etwa, dem einstigen „Beinhaus“ und ältesten Gebäude der Stadt aus dem Jahr 1423. Oder zu der zwischen Rathaus und Stadtmauer gelegenen Gartenanlage mit Brunnen und Pulverturm. Als ein überaus romantischer Platz ist der Garten – besonders für junge Leute – immer ein beliebter Treffpunkt. Unweit davon markiert der fast im Verborgenen schlummernde „Kappelturm“ die nordöstliche Ecke der einstigen Stadtbefestigung aus dem 15. Jahrhundert.

Verborgenes schnell erkunden

Zu weniger bekannten Objekten wie der gotischen Kreuzigungsgruppe, dem einstigen Armenhaus, der Stadtmühle, der Gerberei oder dem Schuldenturm muss – mit dem Flyer oder dem Smartphone in der Hand – niemand mehr den Weg suchen.

Zeitzeugen sind die von Gudrun Pfrogner, einer Tochter der Stadt, Ende der 1990er-Jahre hinter der barocken Marienkapelle aufgestellten Stelen. Sie reihen sich – wie auch die beeindruckende Aussegnungshalle am Friedhof – in den neu ausgewiesenen Rundweg ein.