Der Himmel war bedeckt, als eine große Schar Steinfelder Bürger und Bürgerinnen und die geladenen Gäste zur Halle der Familie Linz in Untersteinfeld strömten, um bei der feierlichen Übergabe und Segnung der Verbundleitung des Gemeindeteils Steinfeld zur Juragruppe teilzunehmen.

Blick in die Vergangenheit

Erster Bürgermeister Will blickte in seiner Ansprache zurück. Schon im Jahr 1954 wurde eine Lösung gesucht, die Trinkwasserversorgung Steinfelds zu sichern. Es entstand mit viel Engagement, aber auch Emotion ein Brunnen mit 157 Meter Tiefe. Das dazugehörige Ortsnetz wurde in dieser Zeit ebenfalls gebaut. 1993 musste der Brunnen das erste Mal gründlich gereinigt werden. Im Zuge der wasserrechtlichen Erlaubnis wurde 2017 seitens der Behörden eine erneute Regenerierung gefordert.

Dringender Handlungsbedarf

Der Brunnen zeigte einen sehr schlechten Zustand, ein PVC-Rohr musste eingezogen werden, um die korrodierte Brunnenverrohrung zu sichern. 2017 wurde klar, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Das Gutachterbüro Heimbucher stellte fest, dass die Verrohrung nur einen Zeitaufschub von fünf bis zehn Jahre gewährt und die Verantwortlichen dringend eine Lösung suchen müssen. Seit einigen Jahren kam es immer wieder zu starken Trübungen, aber auch zu Abkochanordnungen.

Fünf Jahre später konnte die neue Verbundleitung zur Juragruppe feierlich übergeben werden. Der Gemeinderat hat sich 2020 zu einer Variantenstudie entschlossen. Das Ergebnis konnte aufgrund der CoronaPandemie erst im Oktober 2020 im Zuge einer Bürgerversammlung in Scheßlitz den Bürgern eund Bürgerinnen vorgestellt werden. Das Wasserwirtschaftsamt Kronach unterstützt die Baumaßnahme mit einem Zuschuss in Höhe von 241.000 Euro. Die Baumaßnahme begann dann im März 2022 und konnte im September 2022 abgeschlossen werden.

Tausende Meter Leitung

Es wurden 3025 Meter Verbundleitung verlegt mit einem Leitungsvolumen von 100 Kubikmeter. Das Wasser kommt mit acht bar von der Juragruppe und wird derzeit mit 2,5 bis 4,4 bar ins Leitungsnetz gespeist. Künftig, wenn das Leitungsnetz saniert ist, wird der Druck ca. 5,4 bar betragen.

Mit dem Austausch der teils 60 Jahre alten Gussleitungen wird dann ein höherer Druck im Leitungsnetz möglich sein, so dass die vielen privaten Druckerhöhungsanlagen nach und nach außer Betrieb genommen werden können. Der Zuschussbescheid des Wasserwirtschaftsamtes liegt hier allerdings noch nicht vor. Die Verantwortlichen konnten aber schon vorab mitteilen, dass die Mittel genehmigt wurden und Steinfeld aufgrund des Erreichens der Härtefallschwelle II auf die geschätzten Kosten von rund 2,76 Millionen Euro einen Zuschuss von 70 Prozent zur Entlastung der beitragspflichtigen Eigentümer erhält.