Die schönste Weihnachtsbescherung 2020 haben sich die Gemeinde Stegaurach und der Landkreis Bamberg selbst gemacht. Denn zum 1. Dezember des vergangenen Jahres konnte die diplomierte Agrarbiologin und Medientechnikerin Marion Müller ihre Position als Biodiversitätsmanagerin der Biodiversitäts-Vorzeigegemeinde im Landkreis antreten. In der ersten Gemeinderatssitzung 2021 stellte sich Marion Müller nun mit einem souveränen Kurzvortrag vor und der anhaltende Beifall des Ratsgremiums konnte signalisieren, dass die Personalentscheidung überzeugte.

"Die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft und einer attraktiven naturnahen Erholungslandschaft" liege ihr am Herzen, so Müller in ihrem ersten Statement vor dem Ratsgremium. Souverän, elegant und fesselnd führte Müller dann durch die Präsentation ihrer Projektziele, die, wenn auch nur einige davon in den nächsten drei Jahren schon realisiert werden können, Stegaurach und seine Gemarkung zu einem noch lebenswerteren Ort machen werden, als sie eh schon sind.

Mühsames Straßenbauprojekt

Mit einem mühsamen Straßenbauprojekt ging es schließlich weiter. Das mit der Planung eines innerörtlichen Kreisverkehrs zur Anbindung von Friedhof und Nahversorgung an die Staatsstraße 2276 beauftragte Ingenieursbüro Höhnen & Partner stieß mit seiner Planung dabei beim Ratsgremium auf breite Zustimmung, wenn alle vier Mündungsstraßen mit einem Zebrastreifen an den Kreisverkehr angebunden wären. Allerdings gab es zuletzt dazu vom Landratsamt noch Einwände. Dem Ratsgremium gefiel die von der Kreisbehörde gewünschte "Einschleichung des Radverkehrs " in den Mischverkehr auf der Fahrbahn an zwei Knotenpunktarmen des neu zu errichtenden Verkehrskreisels gar nicht. Planer und Gemeindeverwaltung wurden dann auch beauftragt, die sehr klaren Vorstellungen des Ratsgremiums beim Kreis zu kommunizieren.

Im April des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat Stegaurach beschlossen, für das Gelände der ehemaligen Brauerei Krug, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus und zum Böttingerschen Landhaus befindet, einen Bebauungsplan aufzustellen und eine Veränderungssperre für die Grundstücke im zentralen Ortskern zu erlassen. Zwischenzeitlich hat sich ein Interessent für das dem Krug-Gelände benachbarte Grundstück eingestellt, der die historische Bausubstanz dort sanieren will. Die Veränderungssperre wurde mit Beschluss auf die an das Krug-Gelände angrenzenden Flurnummern ausgedehnt.

Hiobsbotschaft

Abschließend gab es noch eine Hiobsbotschaft bezüglich der Aurachtalhalle zu verkünden. Aus dem Sachstandsbericht zur Sanierung der Duschanlagen geht nämlich hervor, dass die Bauschäden an der Anlage erheblich sind und die erforderliche Sanierung wohl um die 120 000 Euro kosten wird. Die Gemeinderäte mussten diese Entwicklung wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, baten aber noch einmal nachzufassen, ob es nicht die Möglichkeit der Rückforderung wegen eklatanter, aber versteckter Baumängel gebe.