Attraktives Naherholungsziel für die Bevölkerung des Landkreises Bamberg, das möchte die Gemeinde Priesendorf werden und ganz am westlichen Rand des Landkreises ein Gegenangebot zur Fränkischen Schweiz machen. Ein Anziehungspunkt soll der Familienwanderweg werden, mit dem sich in den vergangenen Wochen eine Arbeitsgruppe um Bürgermeister Matthias Krapp beschäftigt hat. Die Ergebnisse sollen jetzt in ein Konzept gegossen werden. Damit beauftragte der Gemeinderat in seiner Juni-Sitzung ein Planungsbüro.

Bürgermeister Krapp berichtete aus der Arbeitsgruppe, die die angedachte Strecke erwanderte und viele Ideen für kreative Stationen zusammengetragen hat. So soll es am See einen Wasserspielplatz, an der Nußbachquelle die Einladung zum Waldbaden, aber auch einen begehbaren Bienenstock und eine Felswand mit Wasserfall geben. Die Firma Kuckuck aus Stuttgart soll nun eine Konzeption schmieden, die auch den Förderrichtlinien entspricht und dafür eingereicht werden kann.

Anmeldung zur Leader-Förderung

In den Familienwanderweg eingebunden werden soll auch die Windkraftanlage, wo der Betreiber ohnehin plant, die Fläche touristisch zu erschließen als Rast- und Informationsplatz sogar mit Zelt-Übernachtungsmöglichkeiten. In der Verwaltungsgemeinschaft sei man sich einig, das Projekt bei Leader zur Förderung anzumelden und auch den Eigenanteil von 100 000 Euro zu dritt zu tragen. Er könne sich vorstellen, dass Priesendorf als Standortkommune auch die Projektträgerschaft übernimmt, sagte Bürgermeister Krapp. Der Gemeinderat stimmte dem grundsätzlich zu, so dass weitere Überlegungen angestellt werden können.

Mehr Kinderbetreuungsplätze

Weil Priesendorf bei jungen Familien beliebt ist, muss die Gemeinde Plätze für Kinderbetreuung schaffen. Am Kindergarten entsteht eine zweite Krippengruppe, die Vorschulkinder bekommen eine neue Heimat an der Grundschule. Dort sollen sie auch eine attraktive Außenspielfläche erhalten. Geradezu prädestiniert dazu sei der lange brach liegende ehemalige Schulgarten, erklärte Landschaftsarchitekt Dieter Dümmler. Der hatte sich das Gelände angesehen, mit den Erzieherinnen gesprochen und dem Gemeinderat nun eine Vorplanung vorgelegt.

Die Obstbäume sollen nach einem Verjüngungsschnitt natürliche Schattenspender sein, dazwischen schlägt Dümmler verschiedene Spielgeräte , einen Sandspielplatz und Rasenflächen vor. Unter zwei alternativen Spielgeräteherstellern tendierte der Gemeinderat eher zu einer naturnahen Gestaltung mit Robinienstämmen, wie sie am Kindergarten schon installiert wurden. Das 170 000-Euro-Projekt kann nach der Zustimmung des Gemeinderates jetzt in die Detailplanung gehen. Erste Vorschläge bekam der Gemeinderat auch bezüglich einer Umgestaltung und Sanierung des Friedhofs . Landschaftsarchitekt Jörg Czerwonka hat sich jedes einzelne Grab angesehen. Der Friedhof in Priesendorf hat ein starkes Gefälle, das durch eine zentrale Treppenanlage und diverse Abstufungen zwischen den Grabreihen überbrückt wird. Manche Gräber sind nur über mehrere Stufen erreichbar, einige eigentlich nur von den Seiten. Allein die Wege hätten teilweise ein seitliches Gefälle von 20 Prozent, sagte der Landschaftsarchitekt. Czerwonka machte verschiedene Vorschläge, wie die Situation entschärft werden kann. Barrierefrei werde man diesen Friedhof natürlich nicht anlegen können.

Der Friedhof soll nach einem langfristigen Rahmenplan Stück für Stück saniert werden. In der Verwaltung werde bei der Vergabe neuer Grabstellen darauf geachtet, größere unbelegte Flächen entstehen zu lassen, die umgestaltet werden können, informierte Bürgermeister Krapp.

Auch über die Veränderungen in der Bestattungskultur wurde diskutiert. Man kam überein, die geplante Belegung im neuen Friedhofsteil zu ändern, so dass neben klassischen Urnengräbern auch eine Baumbestattung möglich wird. Auch im alten Friedhof werden im Zuge der Sanierung vermutlich eher Urnen- als Sargbestattungsgräber entstehen.

Mit den Diskussionsergebnissen wird sich der Landschaftsarchitekt nun an eine detailliertere Planung machen und auch einen Kostenrahmen erarbeiten, damit die Konzeption dann mit den Priesendorfern bei einer Bürgerversammlung diskutiert werden kann.