Bamberg  —  Die Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg reagiert auf den Artikel „Erlebnisplatz am ZOB?“ mit der Forderung nach einem Masterplan für den öffentlichen Raum:

„Wer aufmerksam durch unsere Stadt geht, muss feststellen, dass unsere Straßenräume und Plätze zunehmend von einer mittlerweile unüberschaubaren ,Gestaltungsvielfalt‘ geprägt sind. Die unansehnliche Eingangspforte am Bahnhofsvorplatz, das vollgestellte Wohnzimmer der Stadt am Schönleinsplatz, der Harmoniegarten oder der Markusplatz seien nur als wenige Beispiele für ein Phänomen des ,Wildwuchses‘ genannt, das sich seit Jahrzehnten durch die gesamte Stadt zieht. Hier steht ein Schaltkasten, dort eine Werbetafel, irgendwo eine Bank (Bänke verschiedenster Epochen sind vorhanden, wenige davon funktional und formschön), vielleicht ein Papierkorb, eine Reihe eilig angeschraubter Fahrradbügel, dazwischen sprießt ein Schilderwald, daneben sollen unbeholfen zusammengezimmerte Balken die Autofahrer daran hindern, von ihrem Parkplatz zu weit auf die Grünfläche zu fahren.

Sogar die florale Ausschmückung unserer Stadt unterliegt keinem erkennbaren Konzept: hier Blumenbeete in Rasenflächen, dort der eine oder andere Blumenkübel, ein unbedacht hingestellter Baum im Pflanztrog oder Kiesbett, daneben womöglich noch eine bepflanzte Blumenpyramide aus der Zeit der Landesgartenschau. Alles für sich genommen gut gemeint und vielleicht einigermaßen gelungen, als Gesamtbild jedoch unstimmig, austauschbar und kein ästhetischer Gewinn für Bamberger und ihre Gäste.

Ein Masterplan berührt zwei Aufgabengebiete: die Stadtplanung und die Stadtgestaltung, die – wie der Name schon sagt – die Gestaltung des öffentlichen Raums zur Aufgabe hat. Für diesen Plan bedarf es zunächst einer gründlichen Bestandsaufnahme und Analyse. Im jeweiligen Stadtraum vorhandene historische Elemente vom Fenstergitter über Geländer , Laternen, Sockelsteine, Pflasterung, etc. sollen gesichtet und dokumentiert werden, um ihre Formensprache und Materialität und dadurch auch die Eigenheiten des jeweiligen Stadtviertels erfassen zu können. In der zweiten Phase geht es um die Bedarfsermittlung, die mit einer Bürgerbeteiligung einhergehen sollte. Auf der Basis dieser Erfassungen kann ein stadtteilbezogenes Leitkonzept entwickelt werden, das qualitative Standards festlegt, das Umsetzungen erleichtert und Erhalt und Werte langfristig garantiert. Wir fordern deshalb die sehr zeitnahe Ausschreibung eines Workshops in Form eines bezahlten Wettbewerbs mit vielleicht drei geladenen Fachbüros, die erste grundsätzliche Schritte und Ideen erarbeiten.“ red