"Auf der Grundlage einer intransparenten Datenerhebung werden schillernde Thesen aufgestellt und den Heimen unterstellt, dass sie eine ,stille Triage ' durchführen", kritisiert Wilfried Wesemann, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) e.V., in einer Pressemeldung. Er bezieht sich dabei auf die jüngsten Mutmaßungen unter anderem von Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, und auch der Grünenpolitikerin Corinna Rüffer in der Sendung "Fakt" am 26. Januar.

"Leider trifft auch diese Berichterstattung wieder einmal die Mitarbeiter auch in unseren Einrichtungen", bedauert Wesemann. "Es ist Standard in den Heimen, dass die Bewohner bei Einzug nach vorliegenden Patientenverfügungen gefragt werden. Im Hospiz- und Palliativgesetz wurde zudem das In­strument der gesundheitlichen Versorgungsplanung im Alter implementiert, das viele Einrichtungen anbieten und in Einzelfällen durch ethische Fallbesprechungen ergänzen."

Bereits seit 2018 seien bei der Diakonie Bamberg-Forchheim Mitarbeiter zu Beratern für gesundheitliche Versorgungsplanung fortgebildet worden. Sie sind nach Mitteilung des Diakonischen Werks in allen elf Pflegeheimen, die die Diakonie in Stadt und Landkreis Bamberg , in Forchheim und der Fränkischen Schweiz sowie in Ebern betreibt, im Einsatz. Sie besprechen in Einzelgesprächen mit den Senioren oder gemeinsam mit Angehörigen unter anderem Wünsche über medizinisch-pflegerische Abläufe, die Möglichkeiten medizinischer Interventionen sowie palliative Maßnahmen für die letzte Lebensphase.

Die Berater unterstützen auch bei der verbindlichen Formulierung der Wünsche, damit im Ernstfall im Interesse des Betroffenen gehandelt wird.

"Den Mitarbeitenden haltlos zu unterstellen, sie nähmen gemeinsam mit Ärzten eine Auswahl vor, welcher Bewohner eine intensivmedizinische Versorgung erhält, ist ein Angriff, der von uns nicht hingenommen wird", kritisiert Wesemann. red