Vor ein paar Monaten noch freute man sich in Pettstadt über die Aufnahme des Neubaus eines Kinderhauses in ein Sonderförderprogramm, nun ist bittere Ernüchterung eingekehrt: Aufgrund der galoppierenden Baupreise im Gefolge des Krieges in der Ukraine und diverser Sanktionen, unter denen die Weltwirtschaft leidet, schwindet der Vorteil einer Sonderförderung gegen null.

Von dieser Entwicklung unterrichtete Bürgermeister Jochen Hack jetzt den Gemeinderat . „Wir stehen vor der Herausforderung, das Projekt zu Kosten, die deutlich über den Prognosen aus den Jahren 2020 und 2021 liegen, verwirklichen zu müssen.“ Unmittelbar vor dem Baubeginn zeichnen sich für den Rohbau Kosten in Höhe von 850.000 Euro ab. Dafür kalkuliert waren nur 570.000 Euro, berichtete der Bürgermeister. Erste Gespräche mit der Bezirksregierung hätten ergeben, dass mit einer Aufstockung der Zuschüsse erst einmal nicht zu rechnen ist.

So wie Pettstadt gehe es derzeit allen anderen Kommunen auch, die gerade ein Bauprojekt begonnen haben. Und weil Pettstadt in die Sonderförderung aufgenommen worden sei, sei auch keine Anpassung der Zuschüsse zu erwarten, so Hack. Geschlagen geben will sich Pettstadt diesbezüglich noch nicht. Die Gemeindeverwaltung versucht, eine Aufstockung der Staatsgelder zu erreichen.

Weil man die vielen Kinder der jungen Familien in der Gemeinde vorübergehend nur in einer Containeranlage betreuen kann, deren Miete auch ziemlich ins Geld geht, kommt Pettstadt um den Bau eines entsprechend dimensionierten Kinderhauses nicht herum. „Einfach ist die Situation nicht“, räumte Kämmerer Roland Hack ein. Um das Projekt dennoch zu stemmen, wurde der Architekt um Einsparvorschläge gebeten. Und er hat auch schon geliefert. So rät er unter anderem zu einer kostensparenden Grabenführung unter dem Baukörper oder dazu, die Schotterschicht nur 30 und nicht 50 Zentimeter hoch zu schütten. Oliver Schlicht (FWG) warnte davor, an der Bauqualität zu sparen. Dies könne zum Beispiel durch späteren Schimmelbefall teuer zu stehen kommen.

Guter alter Bekannter

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung wurde für den auf eigenen Wunsch aus Altersgründen ausgeschiedenen Manfred Dippacher der CSU-Listennachfolger Robert Nowotny vereidigt. Der Neue ist vielen Pettstadtern aufgrund seiner Ehrenämter vor allem beim Anglerverein ein guter alter Bekannter. Der Bürgermeister ermunterte Nowotny, seinem Vorgänger gleich sich munter an den Beratungen zu beteiligen.

Zugestimmt wurde einer Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Frensdorf über die Geschäftsführung des Schulzweckverbands durch die Gemeindeverwaltung Pettstadt . Diese erhält dafür einen jährlichen Personalkostenanteil von 23.460 Euro aus dem Schulverband.

Schließlich machte Bürgermeister Hack darauf aufmerksam, dass ab 21. Juni jeweils dienstags zwischen 13 und 17 Uhr der Bürgertreff am Kirchplatz fürs Publikum geöffnet wird. In dieser Zeit arbeiten die Projektmanagerinnen im Bürgertreff und entlasten damit die Raumsituation im Rathaus. Ein Programm für die Öffnungszeiten gibt es so wenig wie eine Bewirtung. Speisen und Getränke können mitgebracht werden. Zwangloser Plausch ist angesagt – wie einst im Mai unter der Dorflinde. Statt einer harten Bank warten im Bürgertreff jedoch behinderten- und seniorengerechte Sitzmöbel auf die Besucher.