Maria Söllner, langjähriges Mitglied des Berufsverbands Bildender Künstler Oberfranken, zeigt ab 19. Juni ihre bereits für 2020 geplante, wegen Covid-19 vertagte Ausstellung „Objekte und Arbeiten auf Papier “ im Kesselhaus. Sie präsentiert Werkreihen ihres 30-jährigen künstlerischen Schaffens. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten auf Papier : zum Beispiel die zur Landesgartenschau 20212 entstandenen „black drawings“, schwarz schraffierte Bleistiftzeichnungen verdorrter Blätter, in denen die Vergänglichkeit der Natur thematisiert wird. Oder die mit roter Offsetfarbe auf fragilem Transparentpapier gedruckten Handdrucke und Monotypien.

Objekte aus unterschiedlichen Materialien: ein weiterer Schwerpunkt. Jahrzehntelang hat Maria Söllner ihre Wahrnehmung, ihren Blick auf das Alltägliche gerichtet, auf das Unbeachtete, Wertlose, sprich: Verpackungsmaterial – und versucht, das Potenzial dieses bereits Vorhandenen künstlerisch auszuloten. Hat sie dieses in früheren Werkreihen in Gips oder Beton aus- oder abgegossen, so fand sie in ihren aktuellen Arbeiten einen völlig neuen Ansatz: die vorgefundene, oft schäbige Pappschachtel wird umgeformt, genauer: anders gefaltet, die vorhandenen Falze und Knicke beibehalten, nichts wird hinzugefügt, nicht weggenommen. Ein Spiel in einem klar vorgegebenen Rahmen. Die neue dreidimensionale Form wird dann zum Modell für die Ausführungen in Metall . Die fertigen, kleinen Metallobjekte: Geometrisch-konstruktive Raumgebilde bewahren durch ihre pappfarbenähnliche Lackierung den Charakter der Verpackung , verblüffen jedoch durch ihre andere, feinere Materialität.

Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Freitagabend im Freien um 19 Uhr am Kunstraum Kesselhaus, Untere Sandstraße 42 (Eingang am Leinritt). Öffnungszeiten sind Freitag, 15 – 18 Uhr, Samstag, Sonntag und feiertags, 11 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Künstlerin führt jeden Sonntag um 15 Uhr durch die Ausstellung. Weitere Infos unter bbk.oberfranken@gmx.de. red