Gegen die Absicht eines Betriebes, zur Lagerung und Aufbereitung von Sekundärbaustoffen am Ortsrand von Gunzendorf eine Bauschutt-Recycling-Anlage zu errichten, erhebt sich massiver Widerstand aus der Bevölkerung .

„ Recycling von Ziegel und Beton am Wohngebiet , das ist ein Hohn. Wo ist da der Sinn, für Gunzendorf ist das kein Gewinn!“, war auf einem der Transparente zu lesen, die vor der letzten Sitzung des Marktgemeinderats in Buttenheim vor dem Rathaus zu sehen waren. Rund 300 Unterschriften, das sind circa 80 Prozent der wahlberechtigten Gunzendorfer, wurden an Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) übergeben, um damit den Unmut der Bevölkerung vor Ort über die geplante Bauschutt-Recyclinganlage auf dem ehemaligen Sauer-Gelände in Gunzendorf zu unterstreichen.

Klemens Förtsch, der Initiator der Unterschriftenaktion, ärgert sich: „Den Tanzsaal haben sie wegen drei Bürgern und Wochenendlärm geschlossen, und jetzt wollen sie uns das ganze Jahr den Krach aufhalsen. Außerdem ist der heutige Bauschutt voller Chemie im Vergleich zum gelagerten Abraum aus dem Tief- und Wegebau.“

Verschandelung des Ortsbildes

Für Marktgemeinderat Peter Fleischmann (Neue Gunzendorfer Liste) darf der Anspruch auf die Beseitigung des auf den Wiesen liegenden Haufwerks nicht aufgegeben werden. Sie würden das Ortsbild nachhaltig verschandeln. Die Wiesen dienten vielen Menschen auch als Naherholungsgebiet . Für eine solche Recycling-Anlage, so die Meinung vieler Gunzendorfer, gebe es sicherlich Flächen, die besser geeignet seien als das Areal am Ortseingang von Gunzendorf. Im Bereich von bereits ausgebeuteten Steinbrüchen, Tongruben oder Industriebrachen etwa könnte sich ein solches Geschäftsmodell ansiedeln. Eine geeignete Infrastruktur, wie Straßenerschließung für den Schwerlastverkehr und Wirtschaftsgebäude, wäre dort schon vorhanden und müsste nicht erst geschaffen werden.

Das Planungsziel des Investors lasse sich weder mit dem aktuell gültigen Flächennutzungsplan noch mit den Interessen der Bewohner von Gunzendorf in Einklang bringen, so die Kritiker. Zumal westlich des vorgesehenen Geländes bereits eine Erweiterung auf Gemeindegrund angedacht sei.

Darüber hinaus würden keine 150 Meter östlich des geplanten Betriebsstandorts die Wohnbauflächen „An der Platte“ um 24 Baurechte wachsen. Dort gibt es Befürchtungen, dass sich das Projekt negativ auf die Wohnqualität auswirken könnte. Die Lärm-, Staub- und Dreckentwicklung etwa durch Brechen, Spechten, Sieben und den Anlieferungsverkehr werde sich auch auf den Altort auswirken, sollte die Baustoffrecycling-Anlage realisiert werden.

Wie es nun in Gunzendorf weitergeht, das werden die noch folgenden Verfahrensschritte zeigen müssen.