Nach Corona-Ausbrüchen im Ankerzentrum fordert das Bamberger Ombudsteam, dem unter anderem Vertreter der Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der Stadtratsfraktionen angehören, eine Reduzierung der Belegungsgröße in der Aufnahmeeinrichtung (AEO).

Zu dem digitalen Treffen lud das Ombudsteam Mirjam Elsel von der Bamberger Mahnwache Asyl und Jürgen Wolf von der Regierung von Oberfranken . Im Blickpunkt stand der jüngste Corona-Ausbruch in der AEO: Am 25. Januar fand mit 255 Menschen, welche als Infizierte oder als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten, eine umfangreiche Umbelegung in die Quarantäneblöcke statt.

Chaotisch und übergriffig

Dem Ombudsteam ergab sich bei der Betrachtung der Umstände ein Bild, bei dem eine zügige Umsetzung des Hygieneschutzes auf mangelnde Vorbereitungszeit der Betroffenen traf. Dies sei von den betroffenen Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern als chaotisch und übergriffig bewertet worden. Ingeborg Eichhorn hielt es für erforderlich, "dass der Ablaufprozess für die Umsetzung von Quarantänemaßnahmen unbedingt noch einmal unter die Lupe genommen werden sollte".

Trotz Anerkennung der Organisationsleistung der Verantwortlichen zeigte das Ombudsteam kein Verständnis dafür, dass zwei Personen irrtümlich in die Quarantäneblöcke verbracht und damit einer Gesundheitsgefährdung ausgesetzt worden seien. Das Gremium vertrat nicht die Ansicht, dass es sich hierbei um Fehlentscheidungen in zwei Einzelfällen handelte, sondern sah als Grund eine natürliche Überforderung einer solchen Großeinrichtung. Mit einer größeren Anzahl von Flüchtlingen aus über 15 Ländern, die aufgrund einer kurzen Verweildauer die Gegebenheiten in der AEO nicht kennen, sei ein heftiger Infektionsausbruch in kurzer Zeit nicht zufriedenstellend zu regeln.

Von den 1040 Menschen im Ankerzentrum wohnen im Schnitt sechs Personen in den einzelnen Wohnungen mit rund 80 Quadratmetern. Dies ist ein guter Wert für eine Vor-Corona-Zeit", bilanzierte die Sprecherin des Ombudsteams, Daniela Reinfelder . "Während der Pandemiezeit müssten aber andere Belegungszahlen zur Orientierung herangezogen werden." Das Gremium empfiehlt aktuell eine Höchstbelegung der AEO mit 840 Personen, so dass für jede Person ein separates Zimmer zur Verfügung steht. red