Adelheid Waschka

„Und Jesus nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.“ Mit dieser Bibelstelle aus dem Markusevangelium begann der neue Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus, Vincent Moolan Kurian, die Andacht anlässlich der kürzlichen Kindergarteneinweihung in Gerach .

„ Kinder sind unsere Zukunft, und es lohnt sich in sie zu investieren“, sagte Kurian, wobei er auch auf einen 1000-Euro-Spendenscheck an der Zeltwand hinwies. In den Fürbitten bedankten sich die jüngsten Geracher Bürger für den neuen Kindergarten und die tollen Spielsachen. Sie vergaßen aber auch nicht, für Kinder zu beten, denen es nicht so gut gehe, damit sie in dem neuen Kindergarten Kraft und Liebe, Wärme und Fürsorge erfahren.

Wichtiger Standortfaktor

Bürgermeister Sascha Günther begann seine Ansprache mit dem afrikanischen Sprichwort „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, und ergänzte: „ Kinder brauchen nicht nur ihre Eltern, sondern auch eine Gemeinschaft, um gut aufwachsen zu können.“ Ein bedarfsgerechter Ausbau der Kindergarten-Infrastruktur stelle eine Kommune vor große Herausforderungen. Bund und Freistaat haben mit rund 1,14 Millionen Euro gut die Hälfte der etwa 2,2 Millionen Euro Gesamtkosten übernommen. Mit dem jetzt geschaffenen Angebot von zwei Kindergartengruppen und einer Kinderkrippe zeige sich die Gemeinde als ein Ort, in dem sich die jungen Familien wohlfühlen können.

„Wir nehmen es hier ernst, Kinder zu fördern und Eltern dabei zu unterstützen, Beruf und Familie zu verbinden und in Einklang zu bringen“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Der Standort wurde vom Gemeinderat gezielt gewählt, ideal zum benachbarten Neubaugebiet. In diesen neuen Räumlichkeiten des Kindergartens könnten sich die Kinder bestimmt rundum wohlfühlen, schwärmte der Bürgermeister : „Sie haben Platz für Spiel und Bewegung, können kreativ sein und sich entwickeln, ja, hier können ihre Neigungen und Interessen erkannt und gefördert werden.“

Dabei fügte er hinzu, dass die Pädagogen aller Kindertagesstätten wichtige Aufgaben leisten würden, die auch gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung sind. „Es ist mehr als nur eine Privatsache, ob Familien entstehen können, und wie es ihnen in unserem Land geht“, zitierte Bürgermeister Sascha Günther den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler .

Schließlich wurde noch die Gelegenheit genutzt, allen Dank zu sagen, die an der Planung, Gestaltung und der Realisierung dieser Einrichtung mitgewirkt haben. Mit dem Aufruf an die Anwesenden, „gemeinschaftlich an einer besseren Zukunft für uns und unsere Kinder zu bauen“, lud der Bürgermeister die Ehrengäste im Anschluss an die Veranstaltung zu einem Rundgang in den neuen Kindergarten ein.

Freies Denken fördern

Landrat Johann Kalb bedankte sich vor seinem Grußwort für die spritzige Andacht bei Pfarrer Kurian, dem es in der kurzen Zeit nach seinem Amtsantritt gelungen war, bei den Kindern den Ruf eines „coolen“ Pfarrers zu erlangen. „Der Landkreis boomt und wächst“, so wurde von ihm die aktuelle Tageszeitung zitiert, „wozu Gerach durch seine gute Struktur beiträgt“. Hier funktioniere die Gesellschaft, was auch an der Führung und dem Gemeinderat liege: „Die Feuerwehr neu, der Kindergarten neu, hier wird Stein auf Stein aufeinandergesetzt.“

Im Kindergarten bestehe für das Personal die Möglichkeit, Werte einzupflanzen, die später ihren Beitrag zur Verantwortung in der Gesellschaft leisten könnten. Erziehung sei frei, und ein freies Denken fördere die Fähigkeiten der Kinder . „Wir selbst müssen Geduld für die Kinder aufbringen, doch nun ist genug geredet worden“, endete der Landrat und übergab einzelnen Kindern in Vertretung ihrer Kindergartengruppe je einen „Landkreis-Fußball“ zum gemeinsamen Spielen.

Bei der anschließenden Besichtigung waren die Gäste von den hellen Räumen und der angenehmen Raumatmosphäre begeistert. „Wir haben aber noch ausreichend Platz, unser Umfeld selbst zu gestalten“, erklärte eine Erzieherin glücklich.