Die Gemeindeverantwortlichen wollen nun Ernst machen mit dem flächensparenden und nachhaltigen Bauen, damit auch für die nachwachsenden Generationen noch Gestaltungsspielräume bleiben. Teurer Baugrund und explodierende Baupreise sorgen jedoch dafür, dass der Traum vom Eigenheim für viele ein Traum bleibt. Im Memmelsdorfer Ortsteil Weichendorf könnten sich 24 junge Familien dennoch vielleicht schon bald auf den Hausbau freuen. Der Erlanger Projektentwickler und Bauträger Sontowski-Group hatte in einer Ratssitzung die Möglichkeit, seine Pläne für das Weichendorfer Baugebiet am Kellerberg vorzustellen. Die Planungen überzeugten die Räte im Wesentlichen.

Kritikpunkt blieb jedoch der vorausberechnete Endpreis von etwa einer halben Million Euro. Der lasse junge Familien in die Knie gehen, sagte Alfons Distler (ABD). Eine weitere Befürchtung vieler Ratsmitglieder: Das mikroklimatisch bedeutsame Eichenwäldchen, das aktuell das Baufeld umrahmt, muss eventuell zu einem großen Teil weichen, um den 24 Bauplätzen genügend Platz zu geben. Mit dem Auftrag, noch einmal genau nachzurechnen, und einem knappen Votum für die Vertiefung der Planungen schickte der Gemeinderat die Projektentwickler und Verwaltung schließlich an die Feinarbeit.

Digitalisierung an Schulen wird teuer

Genau rechnete auch das Gremium, als es um das Dauerthema Digitalisierung für die drei Schulstandorte Memmelsdorf , Drosendorf und Lichteneiche ging. Nach einem Vortrag von Schulleiterin Karin Radler-Denzlein und Joachim Kröner, dem Schulbeauftragten für Digitalisierung, waren die IT-Spezialisten der Firma Reuther Netconsulting gefragt. Sie erklärten, was es an den Schulen brauche, damit diese ihrem Bildungsauftrag im Digitalzeitalter weiterhin souverän nachkommen könnten. Das wird reichlich teuer – wenngleich mit Fördergeldern von Bund und Land zu rechnen ist. Für die jeweiligen Kommunen bleibe aber immer noch ein großer Anteil an Eigenbeteiligung, wie Harald Tkaczuk (ALM 9) feststellte. So seien die ungefähr 400 000 Euro, die für die Gemeinde nach Abzug der Fördermittel anfallen, eine hohe Belastung für die Gemeindekasse. Deshalb gab es Zustimmung für Tkaczuks Aufforderung, genau zu rechnen.

Unterstützung für Begegnungsstätte

Angelique Brink, die Leiterin der Horst-Bieger-Begegnungsstätte Mittendrin, und der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Hermann Bezold, hielten zudem kurze Vorträge zur schwierigen Arbeit ihrer Stiftung während der Pandemie. Erfolgreich im Sinne ihrer Klienten sei diese aber dennoch gewesen: Sie habe sich mit ihren Einrichtungen und Hilfsangeboten als Solidaritätsanker für Jung und Alt erwiesen.

Der Rat stimmte der Kostenkalkulation und der finanziellen Unterstützung der Einrichtung zu.