Wer dieser Tage durch die Gartenanlage von Schloss Seehof spaziert, der kann die junge Landschaftsgärtnerin Mathilde Hofmann aus Scheßlitz bei der Baumpflege beobachten. Ihr Chef, der sich die 168 Zitrusbäumchen auf dem Gartenparterre zwischen Orangerie und der Treppenanlage hoch zum Schloss besonders angelegen sein lässt, sei mit Schreibtischarbeiten so eingedeckt, dass er ihr die Baumpflege anvertraut habe, sagt die seit einem Jahr ausgelernte Gärtnerin der Bayerischen Schlösserverwaltung. In der Hauptsache sind es neben den Zitronen auch Bitterorangen, erklärt Hofmann, die auf liebevolle Pflege warten. Das Wetter meine es gut mit den Gästen aus dem Süden, denn die mögen es nicht zu heiß und einen gelegentlichen Landregen schätzen sie auch.

Augenblicklich schneidet sie Totholz aus den kleinen Baumkronen heraus und bringt die Kronen wieder in die etwas kugelige Form, die man sich in der Barockzeit für die exotischen „Baumskulpturen“ ausgedacht hat. Ästhetik war damals alles und das gilt auch heute noch, fügt Hofmann hinzu. Wegen der Schönheit bleiben die Früchte auch an den Bäumchen, bis sie irgendwann von selbst abfallen. So entstehe eine Art Kreislauf. Die Früchte entziehen der Pflanze Kraft und Nährstoffe, die sie sich im Herbst aus den Früchten, wenn die eben nicht vor der Zeit geerntet werden, wieder zurückholt.

Überwintert werden die Bäumchen, die in der Barockzeit Ausweis des von Gott gegebenen Reichtums und der Weltgewandtheit der Bamberger Fürstbischöfe waren, in der Orangerie. In der sollten idealerweise zwischen zehn und acht Grad Temperatur herrschen.