Noch bis zum 10. Juli dauert die diesjährige bundesweite Aktion Stadtradeln. Ziel ist es, beruflich und privat möglichst viele Wege mit dem Rad zurückzulegen. Die Sonderkategorie Stadtradeln-Star bietet die Möglichkeit, noch einen Schritt weiterzugehen – denn Stadtradeln-Stars dürfen laut einer Pressemitteilung der Stadt an den 21 Aktionstagen kein Auto von innen sehen. Der Bamberger Schreiner Martin Langhans zieht nun eine erste Bilanz.

Noch vor Beginn der Aktion ist der Schreiner aus Bamberg auf das Rad umgesattelt, hat sein Auto verkauft und sich einen elektrisch unterstützten Schwerlastanhänger angeschafft. Rund 330 Kilometer ist er seit dem Startschuss am 20. Juni mit seinem E-Bike-Gespann gefahren – und das „nur“ für gewerbliche Fahrten. „Es war eine eindeutige Entscheidung von mir und technisch läuft alles genau so, wie ich es mir vorgestellt habe“, berichtet Martin Langhans. Sein Anhänger hat eine Auslastung von 120 Kilogramm. Damit hat der gelernte Möbelbauer ausreichend Kapazität, um Regalteile, Werkzeug und Leiter von A nach B zu transportieren. Und wenn es mal regnet, dann schützt er seine Ladung mit einer regenfesten Plane und wirft seinen „Ostfriesennerz“ über.

Wenn er unterwegs ist, dann erregt er schon mal Interesse und wird auf seine Erfahrungen angesprochen. „Für mich funktioniert das Radfahren ganz gut“, berichtet Langhans dann und spricht aber auch über die Dinge, die nicht ganz so einfach sind. „Die Abstellplätze sind oft ein Problem. Viele sind zu klein.“ Lastenräder und Fahrräder mit Anhängern brauchen Platz. Regelmäßig muss er auf einem Parkplatz am Straßenrand parken . Schön wäre es aus seiner Sicht, wenn die Stadt Bamberg dafür eine verbindliche Regelung treffen würde. Ein Handwerkerparkausweis für Lastenräder wäre ein Schritt in die richtige Richtung. „Das würde die Situation in jedem Fall erleichtern“, so Langhans.

So schnell wie per Auto

Ein klarer Vorteil des Radfahrens ist für ihn neben dem Klimaschutz der zeitliche Aspekt: „Ich baue derzeit ein Gartenhaus in Stegaurach und bin hier mit dem Fahrrad ebenso schnell wie mit dem Auto, innerstädtisch bin ich trotz der lückenhaften und für breitere Fahrzeuge oft ungeeigneten Radwege sogar meist schneller.“ red