Auch Nostalgikerinnen kommen an dem Kunigundentag 2021 auf ihre Kosten. Denn zumindest das traditionelle Pontifikalamt mit Erzbischof Ludwig Schick wird im Dom gefeiert: am Samstag, 27. Februar, um 9.30 Uhr. Allerdings unter den geltenden Hygienevorschriften: begrenzte Teilnehmerinnenzahl, Mindestabstand, FFP2-Maske. Und eine anschließende Agape mit den beliebten Kunigundenringen, mit Kunigundenwein, Blaskapelle und bischöflicher Gratulation der "Kunigunden" zu ihrem Namenstag wird es auch nicht geben. Genauso wenig wie ein Nachmittagsprogramm: Coronabedingt können nicht Hunderte Frauen zusammenkommen.

Doch "wir wollten den Tag nicht einfach sausen lassen", erklärt Claudia Dworazik für das ökumenische "Team Kunigunde", das sonst das Frauenfest zu Ehren der heiligen Bistumspatronin Kunigunde vorbereitet. Dworazik, Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) spricht von einem "Versuch, Frauen zum gemeinsamen Feiern im Gedenken an Kunigunde" zusammenzubringen. Und zwar virtuell und in Präsenz. Der Kunigundentag könne auch daheim gefeiert werden, schlägt das Vorbereitungsteam vor: mit eigens gestalteten Gottesdiensten in den Pfarrkirchen, für die es eine Arbeitshilfe gibt - oder im Wohnzimmer! "Es wäre fantastisch, wenn sich einige Frauen treffen dürften!", meint Claudia Dworazik. Treffen, um sich der "christlichen Tugenden zu vergewissern, die Kunigunde verkörpert hat: nämlich Hilfsbereitschaft, Eingreifen in schwierigen Situationen, selbst aktiv werden und nicht alles starken Männern überlassen, Not sehen und wenden."

Als Inspiration für ein Fest daheim haben zwei Profis nach Regieanweisungen des "Teams Kunigunde" einen Film gedreht, der das Thema des Frauenfestes in den Blick nimmt: "Geht und seht nach!" (Markusevangelium 6,38). Der Schrifttext von der "Speisung der 5000" ("Brotvermehrung") und seine Relevanz für das Frauen- (und Männer-)-Leben steht im Mittelpunkt des Filmes - gelesen aus der " Bibel in gerechter Sprache". Katholische und evangelische Frauen kommen in dem Video zu Wort, die Impulse für ein gelebtes Christinnensein geben. Oder einen Einblick gewähren in ihre konkreten Einsatzorte für andere Menschen.

Film im Internet abrufbar

Da fehlt auch nicht die Verbeugung vor den jüngeren Frauen , die sich etwa in der "Friday for Futures"-Bewegung engagieren. Oder vor den Ehrenamtlichen, die das Bamberger "Josefslädchen" für Bedürftige am Laufen halten. Der Film kann im Internet auf www.kunigunde-bamberg.de abgerufen werden.

"Der Kunigundentag ist für Frauen in ihrer ganzen Bandbreite", betont Frauenbundsvorsitzende Dworazik. Dieser Tag sei "kein Symbol für den Synodalen Weg, wir können nicht alles reinpacken", ergänzt sie, wissend, dass "Revoluzzerinnen" enttäuscht sein könnten. Dafür verbindet das ökumenische Frauenfest die Erzdiözese Bamberg mit dem evangelisch-lutherischen Dekanat Bamberg .

Kaiserin Kunigunde war Gemahlin Kaiser Heinrichs II., die 1007 das Bistum Bamberg gründeten. Sie starb am 3. März 1033 im von ihr gegründeten Kloster Kaufungen bei Kassel. Am 29. März 1200 wurde sie heiliggesprochen. Seit 1972 wird zu Ehren der Bamberger Bistumspatronin um den 3. März der Kunigundentag als Diözesanfrauenfest gefeiert. Seit 2020 geschieht dies ökumenisch . Anlass war das 1000-jährige Jubiläum der Stephanskirche, eine Stiftung von Kaiserin Kunigunde.