Marion Krüger-Hundrup

Schlicht und stimmig war dieser Gottesdienst am Samstagabend im Dom, mit dem nach den Worten von Erzbischof Ludwig Schick Bamberg einen Beitrag zum dritten Ökumenischen Kirchentag leisten wollte. In dieser Votivmesse (von lateinisch votum = Gelübde, Wunsch, Anliegen) ging es um die Einheit der Christen . Um das Wissen, dass „wir zu einer Kirche Jesu Christi gehören“, so der Erzbischof .

Dieses Faktum unterstrich die aktive Teilnahme des evangelischen Dekans Hans-Martin Lechner und der Präsidentin der Bamberger Dekanatssynode, Uta von Plettenberg. Sie übernahm mit den beiden Lesungen und Fürbitten den Lektorendienst. Und als abschließendes starkes Zeichen des guten ökumenischen Willens spendeten Erzbischof Schick und Dekan Lechner der versammelten Gemeinde gemeinsam den Segen.

In seiner Predigt zitierte der Erzbischof den 1998 verstorbenen Kardinal Augustin Bea, ein Pionier der ökumenischen Bewegung, mit den Worten: „Ich darf nicht vergessen, dass auch die anderen den Heiligen Geist haben.“ Dieses Leitwort habe in der Ökumene Wirkung gezeigt. „Die meisten in den verschiedenen Kirchen haben verstanden, dass sie alle den gleichen Heiligen Geist haben und die eine Familie Gottes bilden“, so Schick. Aber dieser Geist müsse noch mehr ausgebreitet und vertieft werden.

Der Erzbischof rief dazu auf, die christlichen Konfessionen wie eine Familie zu betrachten, in der alle Mitglieder seien und trotz ihrer Verschiedenheit den gleichen Familiengeist hätten. Diese Einheit im gleichen Familiengeist mache auch die Christen fähig, den Dienst an den Menschen und der Schöpfung heute zu vollziehen. „Die Kirche ist nicht für sich da, sondern um allen Menschen Gerechtigkeit, Frieden, Hoffnung und Freude zu bringen“, erklärte der Prediger.

Dekan Lechner griff das Motto „Schaut hin!“ (Mk 6,38) des Ökumenischen Kirchentages auf, der bis Sonntag pandemiebedingt nicht wie ursprünglich geplant in Frankfurt am Main stattfand, sondern digital und dezentral ablief. „Schaut hin auf Gott, auf die gemeinsame Freude an dem einen Herrn! Schaut hin, was alles möglich ist!“, betonte Lechner. Bei allen Hindernissen und Schwierigkeiten „kommen wir in der Ökumene täglich weiter“. Und: „Wir gehören zusammen, stellen unsere Füße auf den großen Raum seiner Kirche “.