Die Regnitz ist zwischen Bamberg und Hirschaid mit ihren natürlichen bzw. renaturierten Flussabschnitten ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Wasservögel. Darunter die vielen bekannten Wildenten, Gänse und Blässhühner, aber auch die mittlerweile seltenen gewordenen Arten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und der Eisvogel sind hier zu finden. Um dies zu erreichen wurden nicht unerhebliche Mittel an Fördergeldern eingesetzt.

Dennoch kommt es, insbesondere in der Strullendorfer Flur, schon seit Jahren zu unschönen Zwischenfällen. Das Gelände an der Regnitz wird mit Fahrzeugen befahren, es wird gegrillt und gefeiert, im Fluss gebadet und Berge von Müll werden hinterlassen. Der wurde dann oft von Naturschützern eingesammelt bzw. vom Strullendorfer Bauhof entsorgt.

Es handelt sich hier um ein Biotop nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz, das u.a. Baden, Zelten, Grillen und Befahren der Fläche verbietet. Schilder weisen explizit darauf hin. Menschen suchen dort eigentlich Ruhe und Entspannung – und sind empört, wenn andere Mitbürger nicht wissen, wie sie mit der Umwelt umgehen sollen.

Appelle bleiben ohne Wirkung

Der immer wieder auftretende Vandalismus wird von der Strullendorfer Gemeindeverwaltung regelmäßig zur Anzeige gebracht. Appelle an das Verantwortungsbewusstsein der Besucher blieben bisher scheinbar ungehört. Beschwerden gibt es darüber hinaus von Seiten der Landwirte, die dort ihre Felder bewirtschaften wollen, und dies oft aufgrund der verbotswidrig abgestellten Fahrzeuge nur mit Mühe können.

Mittlerweile hat es zahlreiche Abstimmungsgespräche der Gemeindeverwaltung mit den dortigen Landwirten, dem Jagdpächter und dem Naturschutz gegeben, wie die Situation für alle Beteiligten verbessert werden kann.

So wurden Baumstämme auf die Feldwege gelegt, die zur Regnitzaue führen, um den motorisierten Verkehr abzuhalten. Die Beschilderung verbietet das eigentlich schon von Haus aus. Sie wird aber nicht immer zur Kenntnis genommen.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Strullendorf erarbeitete Andreas Märtlbauer vom Landesbund für Vogelschutz (Kreisgruppe Bamberg) einen Flyer, der über die dort lebenden Vögel wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Eisvogel informiert. Sind doch insbesondere diese Arten auf die vor Ort noch vorzufindenden selten gewordenen Lebensräume mit Kies- und Sandufern, Steiluferböschungen und Inseln für ihre Bruten angewiesen. Nur eine einzige, wie auch immer geartete Störung, kann zur Aufgabe der Bruten führen.

Ordnungsdienst ist unterwegs

Märtlbauer hat zudem Infotafeln entworfen und diese gut sichtbar aufgestellt. Dort wird noch einmal ausdrücklich auf das Betretungsverbot bis zum 31. Juli hingewiesen. Er macht das alles ehrenamtlich und in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden.

Märtlbauer appellierte jetzt bei einem Ortstermin noch einmal eindringlich an alle Besucher, sich an die Spielregeln zu halten. Er spreche vor Ort auch immer wieder Menschen an und informiere über das Areal und seine Bewohner. Er selbst ist ein absoluter Vogelfreund und möchte seinen Anteil dazu beitragen, dass gefährdete Arten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Eisvogel uns allen erhalten bleiben.

Letztlich kann jeder Zuwiderhandlungen per Handyfoto zur Anzeige bringen. Sind Autos am Biotop vor den Baumstämmen, gilt das als Ordnungswidrigkeit; stehen sie im Biotop, ist das ein Verstoß gegen das Naturschutzrecht und wird nach dem aktuellen Bußgeldkatalog geahndet.

Ab sofort wird das gesamte Areal von einem Ordnungsdienst der Gemeinde regelmäßig begangen und die Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung und gegen das Naturschutzrecht aufgenommen und an die Polizei und an die Untere Naturschutzbehörde weitergeleitet.