Mit Speck fängt man Mäuse. Aber wie bringt man über 20-Jährige, Berufsneulinge oder Studenten und vor allem junge Familien bis 45 Jahre dazu, sich neu in Oberfranken häuslich niederzulassen? In einem Regierungsbezirk , dem die Demografen mittel- bis langfristig einen regional unterschiedlichen Bevölkerungsrückgang und Überalterung vorhersagen. Dabei ist der Bezirk von Hof bis Schlüsselfeld, von Neustadt bei Coburg bis Neunkirchen am Brand „echt stark“. Das meinen zumindest die meisten, die hier leben, wohnen und arbeiten.

Köder in Form gezielter Werbung

Ein wenig ließen sich die Vorsitzende des Vereins „ Oberfranken offensiv“, Staatsministerin Melanie Huml , und die Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz in die Karten schauen: Der Bezirk geht gewissermaßen auf die Pirsch, legt Köder oder Netze aus in Form einer gezielten Werbung unter der begehrten Altersgruppe in der Metropolregion München, in Nürnberg oder Augsburg, in den Bundesländern Thüringen und Sachsen. Flyer werden dort verteilt, auf Spielplätzen vielleicht garniert mit Spielsachen – natürlich „made in Oberfranken “ – und es wird an Haltepunkten der öffentlichen Verkehrsmittel geworben.

Oberfranken hat viel zu bieten

Wie Huml und Piwernetz bei einer Pressekonferenz im Energiepark Hirschaid darlegten, sollen dabei die zentralen Qualitäten Familienfreundlichkeit, Wirtschafts- und Innovationskraft zusammen mit Faktoren wie attraktives Wohnen, Natur, Genuss, Freizeitwert und Wissenschaftsstandort in den Blickpunkt gerückt werden: Oberfranken hat viel zu bieten.

Als versierte Partner wurden für die nun startende Kreativphase des Imageprozesses die Cima Beratung und Management GmbH aus Forchheim sowie die Marketingagentur „Gruppe Drei“ aus Villingen-Schwenningen eingeschaltet. Die oberfränkischen Landräte , Oberbürgermeister , Verantwortliche der Wirtschaftskammern, Universitäten und Hochschulen haben vorab „ja“ zum Imagepakt gesagt und gerne das Angebot des bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat angenommen: 437 500 Euro, 90 Prozent der Kosten des bis 31. Dezember 2022 befristeten Projekts, steuert der Freistaat bei, den Rest „ Oberfranken Offensiv“.

Nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie, während derer viele die Möglichkeiten des Homeoffice erkannt haben, sowie in einer Zeit galoppierender Miet- und Immobilienkosten in den Ballungsräumen „nimmt unser Imageprozess Fahrt auf, genau zur richtigen Zeit“, behauptet die Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Es gehe darum, auf der Basis einer aktuellen, wissenschaftlichen Image-Analyse intensiv daran zu arbeiten, die Stärken der Region sichtbar zu machen, innerhalb Oberfrankens und weit darüber hinaus, fordert die Vorsitzende Melanie Huml . Sie lud die Kommunen, die Politik, weitere Regionalinitiativen und selbstverständlich die Wirtschaft ein, „mit anzupacken“.

„Man muss laut sein“

Cima-Geschäftsführer Roland Wölfel sieht eine „super Chance“, gerade jetzt junge Menschen für das oberfränkische Technologieland im Schnittpunkt von drei Bundesländern zu interessieren.

Im Frühjahr 2022 geht’s los mit der aktiven Werbung. Carolin Deberling von der beauftragten Marketing-Gesellschaft: „Man muss laut sein, um wahrgenommen zu werden!“

Auf das Echo aus den angrenzenden „Zielgebieten“ und auf den Erfolg darf man gespannt sein. Richtig messbar wird die Resonanz nicht, aber man kann fast schon das Rauschen im Blätterwald hören, wenn die Oberfranken ihren Beutezug beginnen.