Der Markt Hirschaid hat in den letzten Jahren nicht unwesentliche Mittel für Infrastrukturmaßnahmen in den Ortsteilen Sassanfahrt und Röbersdorf aufgewendet. Die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen und werden weitergeführt, sobald es die Witterungslage erlaubt.

Zusätzlich wurden von den beteiligten Büros BFS+ bzw. plan&werk Gestaltungsfibeln erarbeitet, die für die Bürger als praktisches Handbuch dienen soll. Es geht dabei darum, traditionelle Bauweisen der Region zu erläutern und Handlungsempfehlungen bei der Sanierung historischer Bausubstanz, bei Umbauten und Neubauten zu liefern. Daneben will man Anregung und Hilfestellung für gute Gestaltungsbeispiele, hergeleitet aus der überlieferten Bautradition, anbieten.

Die Fibeln ermöglichen eindrucksvolle Einblicke in die historisch gewachsenen Ortskerne von Sassanfahrt und Röbersdorf. Eine Analyse des IstZustands soll auch zeigen, wie Leben und Wohnen im ländlichen Raum im 21. Jahrhundert aussehen kann, ohne dabei auf Angebote aus den einschlägigen Baumarktkatalogen zurückgreifen zu müssen. "Gutes Bauen im Bestand" will man fördern,und die vielfältig gewachsenen und typischen Bauformen sollen erhalten und gesichert werden. Dabei soll auch das einzelne Bauwerk nicht alleine, sondern als Bestandteil des Ortsbildes gesehen werden.

Detailliert untersucht wurden in den Gestaltungsfibeln der jeweilige Ort, das Thema "Haus" und das Thema "Freiraum". Entsprechende Empfehlungen werden vorgestellt, hinnehmbare Abweichungen thematisiert, aber auch klar nicht-hinnehmbare Elemente und Ausführungen zur Sprache gebracht.

Förderprogramm aufgelegt

Einhergehend mit den Gestaltungsfibeln wurde ein Kommunales Förderprogramm (KFP) aufgelegt, das von Bauherren in den jeweiligen festgesetzten Sanierungsgebieten in Anspruch genommen werden kann. Dazu ist ein vorgesehenes Ablaufprogramm einzuhalten. Zu Beginn steht eine Kontaktaufnahme mit der Marktgemeinde , um die grundsätzliche Förderfähigkeit der Maßnahme abzuklären, anschließend gibt es eine kostenlose Sanierungsberatung vor Ort, bei der ein entsprechendes Protokoll erstellt wird. Danach kann ein Förderantrag mit drei Angeboten je Gewerk bei der Marktgemeinde gestellt werden. Nach der Prüfung der Angebote und einer Stellungnahme erfolgt die Beschlussfassung im Marktgemeinderat und der Abschluss einer Sanierungsvereinbarung. Erst danach ist es möglich mit der Maßnahme zu beginnen. Nach dem Einreichen der Schlussrechnungen werden diese geprüft und ein Abnahmeprotokoll angefertigt. Dann können die Fördermittel durch den Markt Hirschaid ausgezahlt werden. Wie hoch die Fördermittel sind, das wird der Marktgemeinderat in seiner März-Sitzung festlegen. Das kommunale Förderprogramm speist sich mit 60 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung und 40 Prozent aus Eigenmitteln der Marktgemeinde . Die Gestaltungsfibeln gehen allen Beteiligten in den jeweiligen Sanierungsgebieten per Post zu und sind dann auch auf der Homepage der Marktgemeinde zu finden.