Dass auch Spätberufene in der Kunst noch einiges zu leisten vermögen, zeigt Albina Rolsing. Eigentlich arbeitet sie im Personalmanagement von Rupp & Hubrach, und eigentlich hatte sie bis 2012 mit einer künstlerischen Karriere nichts im Sinn, wie sie in einem Interview sagte.

Doch es kam anders.: Nach einem Studium an der Nürnberger Akademie Faber-Castell stellte sie in Wien, Miami, Rom, Paris und anderswo ihre Arbeiten verschiedener Genres aus. Und jetzt in der Bamberger Austraße: in der im November vergangenen Jahres eröffneten Galerie AOA;87. Die sich zeitgenössischer Kunst widmet, mit einer großen Pop-Art-Präsentation begonnen hat und sich erfolgreich entwickelt, wie Betreiberin Angela Kohlrusch sagt.

Unter dem Signum Pop-Art kann man die 25 Gouachen und vier Acrylbilder auf Leinwand aus dem Werkzyklus „Persona“ von Albina Rolsing jedoch kaum rubrizieren. Die Ausstellung „Resonanzen“ zeigt Werke in Rot und Blau, die zum freien Assoziieren einladen.

Beeinflusst ist Rolsing vom Expressionismus , von Egon Schiele, von Marlene Dumas auch. Sie will, fasziniert vom menschlichen Körper, die Dualität der Geschlechter visualisieren, „Vibrationen“ darstellen, „ohne ins Figurative zu gehen“. Das nimmt man zur Kenntnis. Im selben zitierten Interview sagte die Künstlerin auch, dass sie den Betrachter verwirren und faszinieren möchte. Die Gouache „Into the unknown“ ist vielleicht am zugänglichsten: Sie zeigt einen Gekreuzigten, einen schwebenden, fliegenden Menschen in einer unwirklichen, geisterhaften Sphäre. In anderen Bildern kann man Blütenblätter erkennen oder menschliche Schemen („Intimacy“), verschwommen, ineinanderfließend, wie Illustrationen einer spiritistischen Séance. Die Ausstellung ist bis 10. Juli zu sehen. Dann folgen in der Galerie AOA;87 „Die Stummen und die Schreienden“ von Margarete Schleime und Cornelia Adler.