Zwei Mal vier Jahre Gefängnis bekamen zwei Ex-Polizisten aus Berlin, die im Herbst und Winter in der Region eine Serie an Straftaten begangen hatten. Einen Raub , mehrere Diebstähle , zwei Sachbeschädigungen , eine Urkundenfälschung und den Blitz-Einbruch in ein Juweliergeschäft in Bamberg sah das Landgericht Bamberg als erwiesen an.

Freiheit weg, Pension weg, Freundin weg, Auto weg. Nach dem Prozess stehen die beiden Angeklagten vor einem Scherbenhaufen. Dabei hatten sie nach ihren Straftaten alles dafür getan, möglichst glimpflich aus der Sache herauszukommen. Zum einen hatten sie, jeweils unabhängig voneinander, umfassende Geständnisse abgelegt. Dabei gaben sie einen Diebstahl in Hallstadt zu, von dem die Polizei noch gar nichts wusste. Als die Ermittler dort anriefen, erhielten sie von der Geschäftsleitung des Elektro-Fachmarktes die Antwort, man habe sich nicht gerührt, weil das sowieso nichts brächte.   Noch während des Verfahrens einigten sich die Angeklagten mit dem Besitzer des Fahrzeugs, mit dem sie rückwärts in das Schaufenster des Juweliers gerast waren. Er bekam rund 15 000 Euro für seinen Pkw, der nurmehr ein Wrack ist. Damit reduzierten die beiden früheren Polizeibeamten die noch ausstehende Schadenssumme ganz erheblich. Nur die Versicherung des Juweliers hat noch nichts von den rund 150 000 Euro gesehen, die am Schaufenster und den Vitrinen im Erdgeschoss zu Bruch gegangen waren. Insgesamt stehen noch rund 25 000 Euro aus, die die Ex-Polizisten erbeutet haben. In einem Fall mit Hilfe eines Ellenbogenstoßes in den Unterleib einer Schwangeren. „Wir glauben nicht, dass Sie Gewalt anwenden wollten", so der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt . Es ließe sich aber nicht immer alles so planen.

Beute zurückgegeben

Was die Beute aus dem Einbruch in den Juwelier angeht, ist bis auf einige wenige Schmuckstücke alles wieder aufgetaucht. Teilweise lagerten sie in einem Pappkarton in einer Abstellkammer in einem Anwesen irgendwo im Landkreis Bamberg . Teilweise fand die Berliner Polizei , wenn auch erst beim zweiten Versuch und mit Hilfe eines ihrer ehemaligen Kollegen, Uhren und Schmuck in zwei Verstecken in einem Keller mitten in Berlin. Der verschwundene Rest sei wohl mitsamt all dem Kehricht am verwüsteten Tatort zusammengefegt und entsorgt worden, mutmaßte Rechtsanwalt Christian Barthelmes aus Bamberg . Weder solch originelle Einfälle, noch sein beinahe zweistündiges Plädoyer konnten die hohe Haftstrafe noch verhindern. Der Verteidiger hatte zweieinhalb Jahre beantragt.  

Zwei schlecht organisierte Täter

Die große Unbekannte auch nach Ende des Prozesses ist das Warum. Denn wenn es den beiden Tätern nur um das Geld gegangen wäre, hätte man sich um den Verkauf des Diebesgutes kümmern müssen. „Ihnen fehlten aber die osteuropäischen Kanäle“, so Rechtsanwalt Thomas Drehsen aus Bamberg . Wie seine Kollegin Yvonne Kaiser (Nürnberg) sah er keine gewerbsmäßigen Diebstähle . Das sah das Gericht angesichts einiger Verkäufe von Diebesgut anders.   So rückten die psychischen Erkrankungen ins Zentrum. Sie hatten dazu geführt, dass beide Männer, noch nicht einmal 30 Jahre alt, ihren Traumberuf nicht mehr ausüben konnten. Das „erzwungene Nichtstun“, wie es Oberstaatsanwältin Tanja Zechnall nannte, soll die Ursache für den Seitenwechsel gewesen sein. Es hätten wohl die Aufregung und die Anerkennung gefehlt.  

Auch noch Freundin mitreingezogen

Für die beiden Verbrecher stellt der Knast nicht die einzige Strafe dar. Der Fahrer des Fluchtwagens muss in Zukunft auf ebenjenen verzichten. Der Wagen wurde als Tatwerkzeug eingezogen. Auch seine Freundin bekam dienstrechtliche Probleme. Sie absolvierte eine Ausbildung bei der Bundespolizei in Bamberg und wusste wohl mehr vom Treiben ihres Partners, als gut für sie war. Zusätzlich belastet die beiden Angeklagten , dass sie als Ex-Polizisten hinter Gittern nicht als die beliebtesten Mithäftlinge gelten. Sobald sie wieder draußen sein werden, stehen sie ohne berufliche Perspektive und ohne Pensionsansprüche vor dem Nichts. „Sie haben einen Eid geleistet, Recht und Gesetz zu achten und zu schützen und haben dagegen eklatant verstoßen“, so Richter Schmidt.